Die Maske der Meinungsmacherin

Von Vorteil kann vieles sein. Zum Beispiel die Tatsache, daß man als freie Journalistin für die lokale Seite einer Regionalzeitung arbeitet. Dann nämlich, wenn man diesen Job geschickt zu verbinden weiß mit der federführenden Tätigkeit für die Öffentlichkeitsarbeit einer Waldorfschule. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Leser dieser Zeitung nehmen an, sachlich, objektiv und unvoreingenommen über das aktuelle Geschehen z. B. an jener „Freien Waldorfschule“  informiert zu werden. Das ist von Vorteil, von großem Vorteil sogar, allerdings nur für die Schule selbst: Die nämlich kommt jedesmal wieder so einseitig gut weg dabei, daß man gar nicht glauben möchte, daß soviel Gutes wahrhaftig existiert. 

Und doch muß man noch jedesmal genau davon ausgehen. Kein Artikel, der nicht inhaltlich  ins Schwärmen geraten wäre angesichts einer angenommenen Überlegenheit waldorfpädagogischer Besonderheiten. Keine Spalte, aus der nicht herauszulesen wäre, wie wundervoll und warmherzig Repräsentanten, Mitstreiter und Schüler auf ihre Mitmenschen und die Umwelt zugehen. Letztlich keine Zeile, die ihre Leser nicht mitnehmen würde in die pädagogisch-didaktischen Wunderkammern und menschenliebenden Strukturen, wie sie nur innerhalb einer ganz bestimmten (auserwählten?) Schulart gedeihen können.  Einer einzigen freien Journalistin gelingen diese smarten Offenbarungen zum besseren Verstehen der besten aller Schulwelten. Und nebenher wird deutlich, daß Beruf und Berufung nicht zwangsläufig miteinander verwandt sind. Schon gar nicht, wenn letztere über ersteren dergestalt zu triumphieren scheint, daß gewisse journalistische Qualitätskriterien dabei ins Hintertreffen geraten müssen. Doch die verantwortliche Redaktion misst weder den fachlichen Defiziten noch der unverhohlenen Lobbyarbeit aus den eigenen Reihen die ihr zustehende Bedeutung bei: Nirgends ein Hinweis, sich von dieser grotesken Situation zu verabschieden.

Ein fließender Übergang

Journalismus und PR/Öffentlichkeitsarbeit sind zwei Seiten derselben Medaille. Professionell angewandt nützt es auf der einen Seite Lesern, die sich sachgemäß und zunächst frei von Wertung und Beurteilung informieren wollen. Der journalistische Auftrag einer angemessenen Vermittlung steht hier eindeutig im Vordergrund.
Auf der anderen Seite dürfen und müssen sich sogar jene angesprochen fühlen,  die mit gelenkten Informationen und eigennützigen Kommentaren zu Rande kommen wollen, wenn ihr Interesse bestimmten Unternehmen, Institutionen, Parteien, Behörden, etc. gilt. Bedient wird dieses Interesse in der Regel von ebensolchen Journalisten wie jenen, die sich keiner kommerziellen oder ideologischen Richtung verschrieben haben. Doch haben diese sich fachlich dahingehend orientiert, daß die (überwiegende) Übernahme einer von der Arbeitgeberseite vorgegebenen Denkrichtung nicht ausbleiben kann;  und eben das weiß man, wenn man etwas von ihnen wissen will.
Was aber denken, was annehmen, wenn man es mit diesen zwei Seiten einer Medaille gleichzeitig zu tun bekommt? Die freie Mitarbeiterin des Regionalblattes nämlich hat sich vorgenommen, beiden Seiten Genüge zu tun. Das nun schon seit einigen Jahren.  Und innerhalb dieses Zeitraums gelang ihr auch der Sprung nach ganz vorne: An die Spitze des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit der über den grünen Klee gelobten „Freien Waldorfschule“.  Nur hat sie es dabei leider versäumt, in Hinblick auf eine sorgfältige und professionelle Ausübung ihrer journalistischen Tätigkeit Grenzen zu ziehen. Gemeint ist die Grenze zwischen redaktionellem Beitrag und werblichen Anzeigentext. Hier hat sie das Prinzip des fließenden Übergangs eingeführt, oder schlimmer noch:  Der Leser soll für bare Münze nehmen, was zweifelsfrei als leidenschaftliche PR für Waldorfpädagogik angelegt ist und entsprechend ausgeführt wird. Eine geraume Zeit funktioniert das nun schon recht erfolgreich, und so richtig daran gestört hat sich (zumindest öffentlich vernehmbar) noch niemand. Eine Möglichkeit, daran – vielleicht – etwas zu ändern, bietet ein Feedback mittels eines geeigneten Leserbriefes. Das hat dann auch jemand versucht…

Ginge auch: Lieber Herr Dr. Steiner!

Gleich zweimal sogar. Das erste Mal noch unter dem Eindruck mehrerer vorangegangener Artikel mit dem immergleichen Tenor: Die Waldorfwelt ist schön. Schöner jedenfalls als in allen anderen Bildungseinrichtungen.  Eine Veröffentlichung kam dennoch nicht zustande: Der Nichtabdruck seitens der Redaktion wurde damit erklärt, daß die unbedingt erforderliche zeitliche Nähe zur Veröffentlichung des betreffenden Artikels leider nicht mehr gegeben war. Der Leserbrief traf demnach mit nicht akzeptabler Verspätung ein.  Zudem darf ein weiterer Grund vermutet werden: Ein kurz zuvor veröffentlichter Leserbrief einer geneigten Leserin aus dem Ort. Diese meinte u.a. feststellen zu können, daß die Waldorfschule stolz sein könne auf das Geleistete. Angesichts dieses verbalen Schulterklopfens – warum zulassen,  die einmal festgelegte gute Stimmung in trübes Licht zu tauchen?

 Beim zweiten Versuch – im Anschluß an eine tiefe und zitatenreiche Waldorf-Verneigung – wurde streng auf die Einhaltung zeitlicher und sonstiger relevanter Normen gedacht. Dem Leserbriefschreiber war nach Vorfreude zumute, durfte er sich diesmal doch begründete Hoffnung auf ein wenig publizistischen Gegenwind machen. Jedoch, er sollte sich irren. Auf seine Nachfrage hin erhielt er die staubtrockene Auskunft, daß der Leserbrief vorliege. Punktum. Immerhin enthielt diese Nachricht die versteckte Botschaft, daß die waldorfkritischen Zeilen womöglich doch noch berücksichtigt werden. Doch der Irrtum hatte Bestand.  Das Schreiben, obwohl kurz gefasst und pointiert,  sollte im Giftschrank der Redaktion verschwinden.  Hätte die Anrede gelautet auf: Lieber Herr Dr. Steiner!, das Schreiben wäre womöglich als Leitartikel erschienen… die Wortwahl entsprechend angepasst, versteht sich!

Gezielte Meinungsmache

Naheliegend, daß ein Verhalten irritiert, daß sich womöglich unerwünschter Meinungsäußerung  ganz lakonisch entledigt. Erwartbar, daß man sich daraufhin Fragen zuwendet, die nach Grund und Hintergrund suchen.  Die Beweggründe der betreffenden Journalistin liegen vor wie ein offenes Buch: Als gezielt die Öffentlichkeit suchende Repräsentantin einer „Freien Waldorfschule“ ist ihr an ausschließlich positiver Außendarstellung gelegen. Keine Frage, daß ihr dies hervorragend gelingt.  Allerdings in einem Rahmen, der dafür und in dieser Darstellungsform nicht vorgesehen ist. Ein eher konservatives Regionalblatt als willfähriges Sprachrohr froher Waldorf-Nachrichten,  das wäre eine kuriose Vorstellung. Nicht die Information der Leser ist demnach das Ziel der engagierten Dame, sondern allein gezielte Meinungsmache und verdeckte Einflußnahme im Sinne der Schule. Marketing und PR leben von diesen herausragenden Merkmalen, seriösen Journalismus aber ruinieren sie.

Wer seine Leser im Unklaren darüber lässt, daß gewisse Artikel auf einer ganz bestimmten Interessenlage beruhen, nutzt deren berechtigte Arglosigkeit schamlos aus. Vor diesem persönlich eingefärbten Hintergrund eine medial angestoßene Sympathiewelle auslösen zu wollen, die journalistische Mindeststandards bedenkenlos hinwegspült, kann nur Kopfschütteln verursachen. Daß sich die auflagenstärkste Zeitung aus dieser Region und kein einschlägiges Mitteilungsblatt dafür hergibt, ebenfalls.

Nach Wolfsburg und aktuell Stuttgart  („Kosmos Steiner“) stellt die anthroposophische Szene auch in kleineren Rahmen erneut unter Beweis, daß sie in Hinblick auf eine erfolgversprechende Öffentlichkeitsarbeit dubiose Mittel nicht scheut. Wobei diese im Kontext der großen Ausstellungen natürlich noch ganz andere, in den beiden vorangegangenen Artikeln ausführlich und gewissenhaft belegt dargelegte Dimensionen erreichen. Daß sich aber der hier geschilderte Vorgang einer ebenso besonderen Qualität rühmen darf, wirft  in meinen Augen vor allem eine Frage auf:  Wie weit ist es eigentlich her mit dem Selbstbewusstsein anthroposophischer Glaubensbrüder- und schwestern, wenn wiederholt zu mehr als fragwürdigen Mitteln gegriffen werden muss, um Aufmerksamkeit und Anerkennung in der ganzen sozialen und kulturellen Breite der Gesellschaft herzustellen?

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12 Gedanken zu “Die Maske der Meinungsmacherin

  1. Das scheint aber auch ein ganz verschnarchtes Regionalblatt zu sein. Die geschilderten Grenzüberschreitungen hätten der Redaktion doch auffallen müssen bzw. man hätte die freie MA gar nicht über diese Themen schreiben lassen dürfen. Der Inmteressenkonflikt ist ja offensichtlich.
    Oder stecktmehr dahinter? Ist die ganze Redaktion bereits gleichgeschaltet?

    1. Ja, eigentlich sollten sie auffallen. Und eigentlich dürfte die freie Journalistin nicht über die ihr allzu nahe stehenden Themen schreiben. Das sie es aber doch tut, könnte bestimmte Rückschlüsse auf die bzw. verantwortliche Teile der Redaktion zulassen, muß es aber nicht zwingend. Auch Gleichgültigkeit ist ein nie zu vernachlässigendes Motiv. Eine Art von Verschwörungstheorie ist immer schnell gestrickt, entpuppt sich dann aber meist als entschieden zu hoch gegriffen. Was aber ebenfalls nicht zu vernachlässigen wäre: Gerade auf provinzieller Ebene schicken sich Vertreter der Waldorfpädagogik an, greifbare Vorteile herauszustellen, von denen dann auch andere im Ort (Schulen, soziale Einrichtungen, etc.) profitieren könnten (bspw. die Mitbenutzung einer – neuen – Turnhalle). An eben diesen Hebel setzt man an – mit der Folge, daß Vorsicht und angemessene Zurückhaltung (insbesondere in den Medien) auferlegt wird, oder besser noch: Man stimmt einen latent wohlwollenden bis weitestgehende Zustimmung heischenden Ton an. Dabei ist es dann irgendwann auch schon egal, ob der oder die Tonträger(in) direkt aus dem Bauch desjenigen kommt, der da so scheinbar großzügig und altruistisch eine profitable Teilhabe verspricht…

  2. wieso hast du keine Namen genannt?

    Ich möchte wissen, wer die „freie Journalistin“ ist, was sie konkret geschrieben hat, und für welche Zeitung: warum keine links zu den Artikeln?

    Das Phänomen „der Journalist ist zugleich (PR-) Mitarbeiter einer Waldorfschule, oder des Bundes der Freien Waldorfschulen“ findet sich allerorten. Nicht nur bei Lokalredaktionen, sondern auch bei der vermeintlich seriösen ZEIT:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/09/augen-zu-und-drucken.html

    Augen zu und drucken

    Die Wochenzeitung „Die Zeit“ als Medium der organisierten Anthroposophie – Dorion Weickmanns Besprechung des angekündigten „Schwarzbuch Waldorf“

    1. Die Frage will ich gerne beantworten: Die Recherchen hierzu sind noch nicht beendet. Der Stand der Dinge war allerdings einen ersten längeren Artikel wert, geht diese (fast) unauffällige Art der medialen Vereinnahmung für`s Waldorf-Spektrum und anthroposophische Farbtupferl nun schon lange genug, um ein erstes meinungsstarkes Resümee zu ziehen.

      „Allerorten“ halte ich für übertrieben. Problematisch kann`s dann werden, wenn die Größe der am Ort befindlichen Waldorfschule in einem ungünstigen proportionalen Verhältnis zur Ortsgröße, Einwohnerzahl und allgemeinen Kritikfähigkeit steht. Die sogenannte Waldorfpädagogik nimmt sich prinzipiell verdammt viel heraus – und findet damit in einer tendenziell eher gleichgültigen bis leichtgläubigen Bürgerschaft schnell Gehör. Raffiniert und penetrant, wie sie es für gewöhnlich anstellen, sind die wichtigen Kontakte schnell geknüpft. Die Presse bleibt dabei natürlich nicht außen vor – auch Journalisten erliegen mitunter der Versuchung von Gleichgültigkeit und Desinteresse. Und was relevant ist oder nicht, wird im Normalfall nicht von übergeordneten Idealen entschieden, sondern unterliegt schlichtweg dem Tagesgeschäft. Im Falle nachbarschaftlich verorteter anthroposophischer Geist-Seelen-Pädagogik mal kräftig nachzuhaken, gar investigativ vorzugehen, wird für vermeintlich oder tatsächlich wichtigere Themen bzw. Geschichten fallengelassen…

      1. Hallo Herr Ibach,

        ich weiß ungefähr was Sie meinen und auch WO Sie meinen 😉
        Ich würde allerdings mehr die verantwortlichen Redaktionen der beiden dort wurstelnden Tageszeitungen in Verantwortung ziehen als die Journalisten. Die müßten eher mal ihren freien Mitarbeitern auf die Finger schauen, um eben keine versteckte Werbung in´s Blatt zu bringen.
        Leider ist oft das Gegenteil der Fall. Versteckte Werbung wird dort doch eher gefördert um Anzeigen zu verkaufen und Geld einzufahren. Eine vielfach in Regionalzeitungen praktizierte Lesertäuschung.

        Die kleinen freien Journalisten am Land sind oft nur Low-Budget-Dazuverdiener weit unter jeder Vorstellung von Mindestlohn. Die schreiben daher ziemlich prakmatisch das was am wenigsten Arbeit und Ärger macht.
        Schöne Gruße, bis bald mal 😉

      2. Zunächst haben Sie natürlich Recht damit, an verantwortlicher Stelle der betreffenden Tageszeitung(en) anzusetzen, um eine nicht von den maßgeblichen journalistischen Prinzipien gedeckte Vorgehensweise wie die hier dargestellte unmöglich zu machen. Daß dies offenbar kein Gegenstand einer notwendigen Diskussion ist, spricht entweder für sich oder vielleicht auch Bände (GA). Oder aber – wie schon einmal in den Raum gestellt – die Gleichgültigkeit ist das Maß dieser Dinge. Das dazu.
        Die „Lesertäuschung“ im Fall der „Meinungsmacherin“ ist natürlich nicht einfach nur „versteckte Werbung“ – wie im Artikel dargestellt, handelt hier jemand ganz aus dem – man muss nur nah genug hinschauen – offensichtlichen Dickicht persönlicher Überzeugung und Verstrickung. Es darf also ruhig so deutlich ausgesprochen werden: Das ist unverfälschte Lobbyarbeit, die gezielt Waldorf-Interessen zuarbeitet, dies aber unter dem Deckmantel seriöser Printpublikationen zu kaschieren sucht. Soviel für den Moment hierzu.

        Was den gewöhnlichen Status freier Journalisten anbelangt, braucht man sich natürlich keinen Illusionen hingeben: Bezahlt wird in der Regel niedrigstes Zeilenhonorar, wie es insbesondere regionale Blätter nicht anders anbieten (und auch nicht müssen: Der riesige Markt freier Mitarbeiter – längst nicht alle ausgebildete Journalisten – macht ein entsprechendes Lohndumping naheliegend und attraktiv). Daß sie schreiben, „was am wenigsten Arbeit und Ärger“ macht, ist aber eher weniger der Fall. In der Regel schon deshalb weniger, weil sie sich nicht aussuchen können, was die Redakteure an Themen verteilen. Da muss erledigt werden, worum ersucht wird. Die Geschichten mit (konkreter) Aussicht auf Ärger verbleiben in der Regel sowieso bei den festangestellten Journalisten; viele Freie sind – wie bereits festgestellt – insbesondere in presserechtlicher (und auch die Recherche erfordert einschlägiges Hintergrundwissen) Hinsicht ein unbeschriebenes Blatt, weshalb schwierige bzw. ärgeranfällige Themen innerhalb der Redaktion verbleiben (müssen). Erfahrenen und handwerklich versierten Journalisten können natürlich auch absehbar schwierige Aufträge übertragen werden; nur würden die das eher nicht zu einem Minitarif bewerkstelligen wollen, der ihrer Qualifikation wohl kaum gerecht werden würde.

  3. Hallo,

    den größten Skandal sehe ich darin, daß die Sekte Anthroposophie es geschafft hat, ihren Guru Rudolf Steiner in große deutsche Kunstmuseen zu bringen:

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiner-im-kunstmuseum-wolfsburg-und-im-kunstmuseum-stuttgart/

    Rudolf Steiner im Kunstmuseum Wolfsburg und im Kunstmuseum Stuttgart

    … Vom 5. Februar 2011 – 22. Mai 2011 werden beide Ausstellungen nochmals gemeinsam unter dem Titel „Kosmos Rudolf Steiner“ im Kunstmuseum Stuttgart präsentiert.

    Wie ist es möglich, dass der künstlerisch völlig untalentierte Rudolf Steiner, Begründer der esoterischen Heilslehre „Anthroposophie“, gleich in zwei renommierten deutschen Kunstmuseen gezeigt wird?

    Haben hier anthroposophische „Beziehungskünstler“ den größten PR-Coup in der Geschichte der Anthroposophie gelandet? Wurde dem Rassisten und selbsternannten Hellseher Rudolf Steiner in den Mantel der Seriosität geholfen? …

  4. Das Magazin der Sekte Anthroposophie „info 3“ brüstet sich mit „befreundeten Medien“ wie dem WDR:

    http://www.facebook.com/info3verlag

    „Info3: Wow! Jetzt überbieten sich die befreundeten Medien aber in ihren Würdigungen. Gut so! Ein ganzer Radio-WDR 5-Thementag am 25. Februar: „Umstrittener Visionär – Wer war Rudolf Steiner?“

    Umstrittener Visionär – Wer war Rudolf Steiner? WDR 5-Thementag am 25. Februar 2011 18.02.2011 – WDR. http://www.wdr.de

  5. DIE ZEIT lässt die Waldorfmutter Iris Radisch eine Lobesarie über Rudolf Steiner und seine Waldorfschule schreiben:

    http://www.zeit.de/2011/08/C-Waldorfschule-Steiner

    „Der letzte Prophet – Rudolf Steiner ist der einzige deutsche Idealist, der den Praxistest überlebt hat.“

    DIE ZEIT beweist, daß sie Gefälligkeits-Journalismus betreibt, indem sie ihrer Klientel deren bevorzugte Schulwahl bestätigt:

    Privatschule für Besserverdienende, sprich Waldorfschule …

  6. SPIEGEL, „Heute in den Feuilletons“, 25.10.2011

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,793793,00.html

    In der „Welt“ plädiert Peter Sloterdijk für Rudolf Steiner. Bei den Ruhrbaronen plädiert Rudolf Steiner gegen sich selbst (…)

    Andreas Lichte von den Ruhrbaronen ist nicht so einverstanden mit Peter Sloterdijks Rudolf-Steiner-Exhumierung. Zu Sloterdijks Behauptung, Steiner ermögliche eine Koexistenz der Menschen auf dem Planeten, stellt er Steiners Zitat über Menschen in Afrika: „Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, dass sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist… Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.“ Und später dann: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“

    zum vom SPIEGEL besprochenen Artikel der Ruhrbarone:

    http://www.ruhrbarone.de/baadische-zeitung-und-rudolf-steiner-bejubeln-ja-zitieren-nein/

    „Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein.“

  7. @Andreas L.
    „keine Angst vor der Gurukratie“
    …also ich hab vor den Eso-Ajatollas schon Angst.
    Momentan gibt´s ja so eine spezielle Verklärungswelle gegenüber solchen Gurusystemen, ausgelöst durch Filme wie „Ein Sommer in Orange“ von Rosenmüller. Dort geht es um die Bagwahn-Sekte.
    Vielleicht sollte man dazu noch erwähnen, das der Sloterdijk Bhagwan-Anhänger war,
    von seiner ganzen Psyche her diesen antidemokratischen Guruismus favorisiert.
    Rosenmüller erzählte in seinem Film die Geschichte einer Bhawan-Kommune in Oberbayern, viele Besucher haben hinterher ein sehr verklärtes Bild.
    In dem Film träumt man von der großen Kommune in Oregon. Die Geschichte dieser Oregon-Kommune zeigt dann wirklich, was von einer Gurukratie zu halten ist.
    Leider wird in der derzeitigen Verklärungswelle darauf nicht mehr eingegangen:
    http://chiemgaugemseneier.wordpress.com/2011/09/21/ein-sommer-in-orange-die-fortsetzung/
    Gurukratie ist nichts anderes als Faschismus. Und den hatten wir schon.

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