Die Rosenheim-Fopps

Zum fünften Mal fanden an der Rosenheimer Waldorfschule die sogenannten „Pädagogiktage“ (18. bis 19. März 2011) statt. Das Motto in diesem Jahr: „Schule und Naturwissenschaft – Sehen, Erleben, Verstehen“.  Der Haken an der Sache:  Nach anthroposophischer Auslegung macht Naturwissenschaft nicht unbedingt an empirischen Grenzen halt. Bloß gibt das der gewählte Slogan ganz und gar nicht her: Er impliziert die Begegnung einer ganz normalen Schule mit ganz und gar geläufiger (empirischer, evidenzbasierter) Naturwissenschaft. Diese fand jedoch im Rahmen dieser Veranstaltung ausnahmslos nicht statt, im Gegenteil: Nichts anderes wurde inhaltlich behandelt als die sogenannte „Goetheanistische Naturwissenschaft“.  Bewusst und zielstrebig wurde Wissenschaft vorgegaukelt, um  Pseudowissenschaft zu vermitteln – und damit erneut der schamlose Versuch unternommen,  auf dem Rücken der Seriosität die eigene esoterisch-verengte Anschauung als ganz normale Sicht der Dinge zu präsentieren.

Die sogenannte „Goetheanistische Naturwissenschaft“ bzw. der „Goetheanismus“ ist ohne das anthroposophische Umfeld nicht wirklich denkbar. Rudolf Steiner als Herausgeber und Kommentator der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes arbeitete darauf hin, dessen Beobachtungen, Methoden und Schlußfolgerungen ein kompaktes theoretisches Fundament anzubieten. Auch als Buchautor untermauerte Steiner die gemeinsame Blickrichtung, wie das 1886 erschienene Werk „Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung“ verdeutlicht. „Goetheanismus“ und Anthroposophie vereinen herausragende weltanschauliche Aspekte: „Sinnlich-Übersinnliche“ Wesensmerkmale werden hier wie dort bewusst eingeführt und darzustellen versucht. Und die faktische Macht des Seienden kapituliert vor der angedrehten Übermacht des Ästhetischen.
In der 1982 bis 1985 vom Evolutionsbiologen und Anthroposophen Wolfgang Schad herausgegebenen Buchreihe „Goetheanistische Naturwissenschaft“ (Verlag Freies Geistesleben) stellt Schad selbst fest, daß „damit zum Beispiel einfach durchweg alles bezeichnet wird, was naturwissenschaftliches Arbeiten in anthroposophischen Zusammenhängen ist.“  Die Fachwelt außerhalb der anthroposophischen Bewegung zeigt keinerlei ernsthaftes Interesse an „Goetheanistischer Naturwissenschaft“, was sich aus dem vorhergehenden Zitat prinzipiell schnell erschließt. Ein entscheidender Grund dafür ist leicht nachvollziehbar: Sich auf die (natur-)wissenschaftlichen Ansichten eines einzigen Gelehrten (oder auch naturbegeisterten Dichterfürsten) zu beschränken, ist absurd. Wer das tut, gibt klar zu erkennen, daß er nachfolgende Entwicklungen schlichtweg verneint. Damit aber bleibt er zielsicher auf dem offensichtlich gewünschten Stand (pseudo-)wissenschaftlicher Erkenntnis. Dem tatsächlichen Stand der Dinge unvoreingenommen Respekt zu zollen, davor bewahrt die romantisch-ästhetische Alleinstellung einer wie gehabt Reißaus nehmenden Anthroposophie, wenn sich bestimmte Dinge Klärung und Aufklärung unaufhaltsam annähern.
Sorgen machen muss sie sich trotzdem nicht, wenn man ihr ganz aus Versehen eine unzulässige Begriffsverwendung nachsagen wollte. Michael Seifert, Leiter der Abteilung für externe und interne Kommunikation an der Universität Tübingen, stellt ganz klar fest: „Der Begriff Naturwissenschaft ist ja nicht geschützt und kann daher auch mit unterschiedlicher subjektiver Bedeutung verwendet werden.“

„… gewiss ein Etikettenschwindel.“

Eine willkommene Möglichkeit, von der gerne und oft entsprechender Gebrauch gemacht werden will und wird. Die populäre esoterische Szene zum (herausragenden) Beispiel greift Gelegenheiten wie diese nur allzu gerne auf und teilt an scheinbar (natur-)wissenschaftlichem Vokabular aus, daß  man sämtliche akademischen Titel als nicht konkurrenzfähig abzuqualifizieren beginnt. Nun: Die Verantwortlichen der „Rosenheimer Pädagogiktage“ wollen diese für sie vorteilhafte Situation so verstanden wissen, daß einer allgemein zugänglichen (waldorf-)schulischen Veranstaltung dezidiert subjektive Bedeutung untergeschoben werden kann. Allerdings mit dem Vorsatz, daß man diese gefälligst als naturwissenschaftliches Forum zur objektiven Vergewisserung eines subjektiven Behauptungskanons aufzufassen hat. Einfacher ausgedrückt: Die anthroposophisch-waldorfpädagogische Interessenlage verbietet es,  rückwärtsgewandtes Denken auch noch öffentlich zuzugeben.
Mit dem unbekümmerten Zugriff auf die „Goetheanistische Naturwissenschaft“ wird keine andere Denkhaltung beschworen. Hiervon abzulenken bzw. ein gefälliges, ein zunächst unverdächtiges Transportmittel zu finden, vor dieser Herausforderung war man wohl einmal gestellt. Mit der alleinigen Verwendung des Begriffs „Naturwissenschaft“ in der Ankündigung, noch ohne die angemessene Berücksichtigung anthroposophisch-subjektiver Deutungshoheit, glaubte man sich offensichtlich auf der sicheren Seite. Wer wollte allen Ernstes ideologisch motivierte Absichten hinter dem braven Motto „Schule und Naturwissenschaft“ vermuten? Und steckt dahinter nicht vielmehr die absolut lobenswerte Bestrebung, unsere Jugend gezielt und geradezu begeisternd an die Naturwissenschaft heranzuführen? Noch dazu mittels „schlau-spannender Vorträge“ (lt. chiemgauer.info vom 02.04.11) und vertiefender Workshops, die ein für allemal den „goetheanistischen“ Weg hin zu wunderlichen Naturphänomenen mit sinnlich-übersinnlicher Einsicht pflastern sollen. Professor Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Wien sowie ausgewiesener Experte für Pseudowissenschaften fällt zu all dem nur ein: „Goethes Farbenlehre oder die Anwendung von Metallen in der Anthroposophischen Medizin unter „Naturwissenschaft“ zu subsumieren, ist gewiss ein Etikettenschwindel.“

„Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, …“

Schwindel? Täuschung? Diese Stichworte kommen einem recht bekannt vor. Man braucht sich bloß die betreffenden (auf dieser Seite hinreichend dokumentiert und kommentiert) Vorgänge um die Steiner-Ausstellungen in Wolfsburg und (zurzeit noch) Stuttgart zu vergegenwärtigen. Mit diesem Artikel ist frisch hinzugekommen  die flapsig-volkstümliche Bezeichnung „Foppen“, hier wortspielerisch verkürzt zur Ehre gekommen als „Die Rosenheim-Fopps“ – gemeint ist natürlich die selbe bezeichnende Vorgehensweise: Schwindeln, täuschen, etwas vormachen, Tatsachen bewusst verdrehen und/oder verleugnen. In seinem Vortrag während jener „5. Rosenheimer Pädagogiktage“ behauptete Dr. Christoph Hueck (ehemaliger Waldorflehrer an der Rosenheimer Waldorfschule und jetzt Dozent für Waldorflehrerausbildung in Stuttgart):  „Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sondern der Affe vom Menschen.“  Immerhin behauptet das auch der in die (weisen) Jahre gekommene Ex-Schlagersänger Christian Anders. Und an noch einer anderen erstaunlichen Wahrheit lässt uns Herr Anders teilhaben : „Die meisten von uns, so seltsam das für denjenigen klingen mag, der mit den esoterischen Wissenschaften nicht vertraut ist, die meisten von uns uns waren bereits Menschen auf dem Ursprungsplaneten der Erde, welcher später zu unserem Mond von heute erkaltete und erstarb. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf der Erde gleichen denen auf dem Mond, nur etwas höher entwickelt. Die meisten Menschen, Tiere, Pflanzen und Steine auf Erden waren, mit Ausnahmen, bereits Menschen, Tiere, Pflanzen und Steine auf dem Mond, nur weniger entwickelt.

Ideen, deren Zeit gekommen scheint

Es ist sehr bedauerlich, mit den „esoterischen Wissenschaften“ nicht vertraut zu sein. Ein ähnliches Gefühl stellt sich ein, wenn die „Goetheanistische Naturwissenschaft“ ungleich weniger vernachlässigt wird.  Jetzt haben beide „Wissenschaften“ mit eigentlicher Wissenschaft zwar nichts am Hut, aber sie lesen sich imposant: Man möchte sich glatt verneigen vor ihnen, droht dahinter nur nicht ein ähnlich imposanter Abgrund. Christian Anders faselt übrigens auch sehr viel von Reinkarnation und Wiedergeburt, ein ur-anthroposophisches Thema also. Nicht wirklich von Steiner erfunden; aber hätte der Doktor in Rosenheim dabei sein dürfen und Christian Anders ebenfalls als wissenschaftsgläubiger Vortragender zum Zuge kommen können: Ich bin überzeugt, niemand wäre auf die Idee gekommen, hier (Selbst-)Täuschung und (vorsätzlichen?) Schwindel zu vermuten. Aber alle wären nachhaltig beeindruckt gewesen von (anthroposophischen) Ideen, deren Zeit gekommen scheint. In Rosenheim schon 2011, und anderswo auf der Erde, die vorher Mond war, bestimmt auch bis spätestens 2012, wenn der Maya-Kalender seine unanfechtbare Herrschaft über Zeit, Geschicke der Menschheit und Fallstricke der Wissenschaft anzustreben beginnt…

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34 Gedanken zu “Die Rosenheim-Fopps

  1. Hallo Michael,

    in der Regel (und echt wissenschaftlich) stammt wohl der Mensch von einem gemeinsamen Vorfahren mit den Affen ab.

    Das der Affe vom Menschen abstammt trifft nur im Falle von Anthroposophen und Waldörfler zu… So könnte man doch sagen, oder? 😉

    Ich frag mich immer ob der arme Goethe wirklich etwas mit diesen Herren zutun haben wollte. Ich meine der Name wird mißbraucht, J.W.G. kann sich nicht mehr wehren…
    Der war damals weiter als die Anthroposophen heute.

    Schönen Artikel zu Esoterik und Forschung auch aus dieser Steiner-Zeit gab´s Anfang des Monats bei Astrodictum Simplex: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/04/lemuria-wenn-wissenschaft-zu-esoterik-wird.php
    Geht´s um Lemurien…

    Wir sollten uns echt mal treffen 😉

    Schöne Grüße.

  2. zur Wissenschaftlichkeit der Waldorfpädagogik, und speziell zum Stichwort „Maya-Kalender“:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-lehrer-gesucht/

    „Waldorfschule: Lehrer gesucht!

    (…) Der Deutsche Lehrerverband kennt noch mehr Diplomarbeiten, die die staatlich anerkannte „Freie Hochschule Stuttgart“ selber lobte, nachzulesen hier: Schule und Lehrerbildung im Zeichen von Atlantis und Saturn. Um den zukünftigen Waldorflehrern zu zeigen, dass wirklich alles möglich ist, hier noch ein weiteres Beispiel:

    „Vom Mai 2006 stammt die Arbeit »Alternative Betrachtungen zum Krankheitsbild AD(H)S«, also zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Eine der zentralen Aussagen lautet: »Es geht hier vor allem um kosmische und irdische Einflüsse.« Anschließend folgen seitenlang Betrachtungen etwa über den Kalender der Maya, das Wassermann-Zeitalter, die Metamorphose vom Geistigen ins Physische und die in Revolutionsjahren (etwa 1789, 1848 und 1917) ausgeprägten Sonnenfleckenmaxima.“ (…)“

  3. zu Professor Wolfgang Schad, Teil I

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

    „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand

    (…) „Das hätte ich mir eigentlich gleich denken können – wieso war ich nur so naiv?“, fragt sich L. und tippt drei Stichwörter in die Internet-Suchmaschine („google“): „Wolfgang Schad, Anthroposophie, Rassismus.“ Da hagelt es Einträge.

    „So einfach ist das also“, denkt L., „wenn man etwas erfahren will, ist es gar kein Problem!“ Einer der Artikel beschreibt exakt und zusammenfassend, was er im Seminar erlebt und gehört hat. Nach der Lektüre meint seine Schwägerin: „Das ist so ein krudes Zeug – ehrlich gesagt, ich hatte gar keine Lust, das zu lesen …“ „Danke, dass du’s trotzdem getan hast“, sagt L. und weiß, wo das Problem liegt: Wer es nicht selber erlebt hat, der glaubt es einfach nicht. Hätte er vor einem halben Jahr auch nicht. Vollstes Verständnis.

    Und vor einem halben Jahr hätte er natürlich auch noch nicht gewusst, wer Wolfgang Schad ist: Professor für Evolutionsbiologie an der Privatuniversität Witten-Herdecke und von einem der Dozenten als Autorität verehrt. In dem Sammelband „Das lebendige Wesen der Erde – Zum Geographieunterricht der Oberstufe“ schreibt er zum Thema „Afrika – das Geburtsland der Menschheit“:

    „Äquatoriale Hitze und gesättigte, hundertprozentige Luftfeuchtigkeit erzeugten damals wohl auch in Ostafrika weitgehend jenes ‚Waschküchenklima‘, das im weiteren Laufe der Menschheitsentwicklung allein die Entwicklung von Zwergmenschen zugelassen hat.“

    Als er das entdeckt hatte, fragte L. sich, als was er fortan die Pygmäen betrachten sollte: als Menschen oder Tiere? – vielleicht als Untermenschen? (…)“

  4. zu Professor Wolfgang Schad, Teil II

    Jana Husmann-Kastein, „Schwarz-Weiß-Symbolik – Dualistische Denktradition und die Imagination von »Rasse« – Religion – Wissenschaft – Anthroposophie“, Seite 347ff

    „Afrika – das Geburtsland der Menschheit“

    Wolfgang Schad, Professor für Evolutionsbiologie an der Privatuniversität Witten-Herdecke, beginnt, ähnlich wie die Einleitung des Lehrbuchs [„Das lebendige Wesen der Erde“], seinen Artikel „Afrika – das Geburtsland der Menschheit“[1] mit der Einführung Steiners als Wissensinstanz:

    „Im letzten Jahrhundert vermutete Ernst Haeckel den Herkunftsort der Menschheit in Südostasien. Aber Rudolf Steiner deutete schon 1910 etwas davon an, daß das Kindheitsland der Menschheit Afrika gewesen sei.“[2]

    Für Außenstehende bleibt unklar, in welchem Kontext diese ‚Andeutungen‘ Steiners aus dem Jahr 1910 stehen und was sie im Einzelnen besagen. Es wird an dieser Stelle keine Literaturangabe gemacht und keine nähere Erläuterung angefügt. Interessierte LeserInnen werden jedoch in der Literaturliste des Artikels fündig: Schads Verweis auf 1910 bezieht sich auf Steiners Werk „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“[3], also jene, von Steiner selbst zur Veröffentlichung autorisierte Vortragsreihe, die einen entscheidenden Grundbaustein der anthroposophischen Menschenrassenkonstruktionen darstellt, und im Indizierungsverfahren der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zur Disposition stand.

    Steiners hierin zu findende Thesen zu vier geographischen Punkten der Erde, die – in Anlehnung an Carus‘ Rassentheorie – jeweilige Entwicklungsstadien der Menschheit rassisch markieren und Afrika mit „Kindheitsmerkmalen“, Asien mit „Jugendmerkmalen“, Europa mit den „reifsten Merkmalen“ und Amerika mit dem „Absterben“ der Menschheit assoziieren[4] (vgl. Kap. 5.8), werden demnach bei Schad als evolutionsbiologische Erkenntnis Steiners präsentiert. Dass daran kein Zweifel bestehen kann, belegt Schads präziser Verweis auf eben jenen Vortrag vom 10.06.1910, der mit dem Titel „Rassenentwicklung und Kulturentwicklung“ versehen ist und diese Thesen ausführt. Es ist damit nicht zuletzt auf die aktuelle Relevanz dieses Steiner-Bandes verwiesen, der unter den 354 Bänden der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe neben vier weiteren Bänden (GA 57; GA 101; GA 110; GA 354) als Quellenmaterial des Artikels benannt wird.[5]

    Inhaltlich liefert Schad in seiner Geographielehre Afrikas neue Beispiele einer plakativen Sinnbildlichkeit der Schwarz-Weiß-Symbolik im anthroposophischen Rassendiskurs, die auf einer relationalen Bestimmung der äußeren Natur des Kontinents und eines vermeintlich erkannten Charakters der Afrikaner fußen:

    „Mit ‚Nscharo‘ ist der Geist des Berges selbst benannt. Er wurde [von den Afrikanern] als erschreckend empfunden. So wurde ‚Kilimandscharo‘ auch oft als ‚Berg des Schreckens‘ übersetzt. Eis und Schnee, die Welt der klaren Kühle erschienen dem Afrikaner unheimlich. Sie zerstörten seine in der urmütterlichen Wärme dieses Landes geborgene und aufgehobene Erlebniswelt. Sie zerbrechen die Hülle des Traumes, sie zerstören die Bande zum Kosmos der Nacht.“[6]

    Auch Steiners Lehre vom Ich ist für den Geographieunterricht und die Erfassung zoologischer Spezifika des afrikanischen Kontinents nach Schad entscheidend:

    „Elefant und Giraffe, zwei gewaltige Tiere, die dem gleichen Land entsprungen sind wie der Mensch, zeigen uns selbst eine Fülle menschlicher Lebensmotive – und das in doch sehr verschiedener, ja polarer Weise. In ihnen leuchtet etwas naturhaft auf, was wir als die zwei Seiten, ja als die Doppelnatur des menschlichen Ich selbst in uns entdecken können: das sich kräftig mit dem Irdisch-Diesseitigen verbindende und dauernd weiterlernende Ich – und die in einer jenseitigeren Region der Transzendenz wie fertig erscheinende hohe Welt der Ewigkeitsnatur des Ich.“[7]

    Nach dieser Ausführung anthroposophisch-zoologischer Dualismen heißt es anschließend:

    „Hier in Afrika spricht sich in der Natur sinnlich-sichtbar aus, was sonst nur das menschliche Ich durch die innere Selbsterkenntnis als seine geistige Doppelnatur entdecken kann. In Afrika tritt dem Menschen außen entgegen, was er sonst nur im Inneren finden kann. Oder ist diese Zweiteilung selbst schon wieder zu europäisch?“[8]

    Schads Antwort mündet in eine universalistische Ich-Konzeption, die – durch die vorangegangene Charakterisierung des Afrikaners und die darauf folgende Gegenüberstellung von äußerem Afrika und menschlichem Ich – in der Tat zumindest die Frage aufwirft, inwiefern das menschliche Ich hier als europäisch vorausgesetzt wird.“

  5. “Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    Unser Gastautor Andreas Lichte war als Experte zur Waldorfschule beim Deutschlandradio Kultur zu Gast. In der „Zeitreisen“-Sendung „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“ am 23.2.2011 berichtete er auch von seinen Erfahrungen während seiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Hier eine Extended Version.

    (…) Gewöhnungseffekt – niemand sagt etwas, alles wird hingenommen. Natürlich auch, dass jedes Schulfach zu Anthroposophie wird. Selbst in den wissenschaftlichen Fächern findet man „Höhere Erkenntnisse“ Rudolf Steiners:

    Ein letztes Mal quietscht die Kreide über die Tafel. Der Gastdozent steht bewundernd vor seiner vollendeten Unendlichkeitskonstruktion. Den Kreidestaub aus seiner Aura und seinem modischen Jackett klopfend, holt er nun zur Offenbarung letzter Wahrheiten aus: „Sie sehen, der Mensch besitzt die Fähigkeit zur Erkenntnis des Unendlichen, des Göttlichen …“ Das Fach: Mathematik, genauer: „darstellende Geometrie“.

    Im Fach „Himmelskunde“ hantiert ein anderer Gastdozent mit einer Antiquität: einer „Armillarsphäre“. Das ist ein Modell des geozentrischen Weltbildes, in dem die Erde Mittelpunkt des Universums ist. Er will den Schülern den Himmel auf „natürliche Weise“ nahe bringen, „so wie der Mensch ihn erlebt“. Warum? Der Gastdozent erläutert es mit einem Schiller-Zitat: „Es knüpft dein Zenit und Nadir dich an die Achse der Welt …“, „das bringt eine moralische Dimension“. Leider lösen Moral und Schiller bei den Seminaristen nur Erstaunen aus, deshalb erklärt er dasselbe noch einmal, diesmal zum Anfassen: „Das Zentrum der Welt ist in meinen Füßen, das Zentrum der Welt ist in meiner Haarspitze. Sie sind immer das Zentrum … ein erbauender Gedanke! Der Mensch, sein Ich, steht im Zentrum der Welt: Ich bin Gott …“

    In der „Pflanzenkunde“ spricht man über den „Charakter von Pflanzen”, gute und böse Pflanzen. Ein Seminarist fragt: „Das werden Sie den Eltern doch nicht so sagen?!” Der Dozent Klein antwortet: „Nein, natürlich nicht!”

    (…) vollständiger Artikel: http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

  6. Ich nehme mal diesen Absatz:

    Diese Aussage ist wertfrei und völlig zutreffend. Man kann den Begriff „Naturwissenschaft“ nämlich einmal als Wissenschaft definieren, die alles, was die Natur umfasst (Materie und lebende Wesen) mit bestimmten methodischen Mitteln der Objektivität untersucht. Diese Definition von „Naturwissenschaft“ ist diejenige, an die man gemeinhin denkt bei diesem Begriff. Man grenzt sie dann ab von den „Geisteswissenschaften“, die sich mit allen kulturellen Ausdrucksformen der Menschheit beschäftigen: Sprache, Kunst, Literatur usw. Als dritte Kategorie könnte man auch noch die „Sozialwissenschaften“ anführen: Jura, Soziologie usw. Diese Begriffsverwendungen ordnen das Forschungsfeld zu, sie dienen als Überbegriff, damit man weiß, welche Kategorie erforscht wird: Die Natur, das Sozialgefüge der menschlichen Kulturen, die kulturellen Erscheinungsformen der menschlichen Kulturen. Außerdem werden bestimmte Methoden angewandt, die je nach Wissenschaftsbereich sich auch unterscheiden. In den Natur- und Sozialwissenschaften ist beispielsweise die statistische Methode sehr bedeutsam, in den Geisteswissenschaften (z.B. Literaturwissenschaft) kaum relevant. Dafür finden bestimmte geisteswissenschaftliche Methoden (Hermeneutik etc.) nicht gerade in der Physik ihr eigentliches Gebiet. Die Methoden stehen im Zusammenhang mit dem Forschungsgebiet. Es geht darum, an dem Forschungsgebiet etwas zu erforschen, was durch die Methodik anschaubar wird. Die Sozialstatistik z.B. macht erst anschaubar, wie viel Prozent der Bevölkerung dieses bestimmte Durchschnittseinkommen haben und wie viel Prozent ein höheres usw. Ohne die statistische Methode blieben solche Fragen den subjektiven Eindrücken überlassen. Dem „Glauben“, wenn man so will. Die Wissenschaft ist daher eine kulturelle Tätigkeit, die den Menschen vom bloßen Glauben emanzipiert und methodisch Erkenntnisse gewinnt und anschaubar macht und auf Grundlage dieser Erkenntnisse neue Entwicklungen hervorbringen kann.

    Die obigen Kommentare und Beiträge setzen nun voraus, dass es bloß ein Entweder-Oder gibt. Entweder man anerkennt, dass DAS Wissenschaft ist – ODER man anerkennt nicht die Wissenschaft und leugnet sie sogar. Es wird unterstellt, aber auch wirklich nur unterstellt, dass Anthroposophen ein ANDERES Wissenschaftsbild haben, das „echte“ Wissenschaft nicht akzeptiert, dass es esoterische Spinner sind, die sich ein eigenes Weltbild zimmern und glaubensartig einer Art Sekte anhängen. Also wird vorausgesetzt, dass irgendjemand was über Goetheanistische Naturwissenschaft schreibt und in seiner persönlichen Bildungsbiografie verdrängt, dass es seit Goethe allerlei wissenschaftliche Entwicklungen gegeben hat, die unsere normale Umwelt täglich gestalten. Zugegeben, man muss einen Anthroposphen grundsätzlich für einen irren Spinner halten, wenn man sich so den Anthroposophen vorstellt. Es kann nämlich nur für Beklopptheit sprechen – und das wäre real so und ist keine Beleidigung – wenn man das, was hier unterstellt wird, wirklich so als Anthro betriebe. Wer nicht merken will, dass es eine Atomindustrie gibt, weil er nur Goethe gelten lässt, der wäre objektiv „irre“.

    Der Denkfehler besteht darin, dass man dieses Entweder-Oder vorausetzt. Aber dieses Entweder-Oder gibt es so nicht. Man hat sich nicht zu entscheiden, ob man die universitäre Naturwissenschaft für DIE Naturwissenschaft hält, oder eine Goetheanistische. Es ist nämlich schon ein Trugschluss zu glauben, dass sich diese Wissenschaften irgendwie gegenseitig ausschließen im Sinne von „richtig“ und „falsch“. Sie schließen sich natürlich insoweit gegenseitig aus, dass man die Methoden der einen Wissenschaft nicht auf die andere anwenden kann, denn dann wäre hier ja nichts, wo das eine vom anderen abweicht. Und natürlich kann die eine Wissenschaft sagen, dass ihre Methoden ganz allein die gesamten möglichen Erkenntniszusammenhänge erschließen könnten, so dass sie keine weiteren Methoden neben sich duldet. Das tut die eine Wissenschaft auch. Aber warum tut sie das? Niemand zweifelt ihre Erkenntnisse an. Darum geht es gar nicht. Von der Sache her würde kein Anthroposoph die Wissenschaft, so wie sie universitär etc. betrieben wird, abschaffen wollen. Ihre Errungenschaften und Ihr Erkenntnisgewinn sind unbestreitbar. Es behauptet auch keiner, dass diese Erkenntnisse „falsch“ wären oder durch esoterische Glaubensvisionen ersetzt werden sollten.

    Es wird selbstverständlich vorausgesetzt, dass es nicht noch weitere Bedeutungen geben könnte, wie man „Naturwissenschaft“ versteht. Dass man „switchen“ kann zwischen unterschiedlichen Verständnisweisen dieser Begriffe, dass man sich auch eine andere Variante des Verständnisses anschauen kann.

    Hierbei müsste aber man mehr voraussetzen. Dass es natürlich erst einmal Sinn macht, eine Herangehensweise zu kennen, wie sie in den universitär geprägten Wissenschaften methodisch verfolgt wird. Man kann, wenn man sich das bewusst anschaut, auch genau definieren, was diese Wissenschaft zu leisten vermag – und was sie auch nicht leisten kann. Natürlich kann diese Art von Wissenschaft allerlei nicht leisten. Das weiß die Wissenschaft selbst, zu deren Bestandteil die Wissenschaftskritik selbst gehört. Die kritische Selbstreflexion ist ja Bestandteil der wissenschaftlichen Methode. Sie kennt ihre Grenzen und ihre Möglichkeiten und reflektiert auch ihre Methoden immer neu und wo diese Methoden auch Erkenntnisse verfälschen usw. Die universitäre Wissenschaft ist eine kulturrelle Errungenschaft und menschliche Leistung, die zu dem größten gehört, was Menschen hervorgebracht haben – zumal sie eben eine immer kollektive Leistung ist und in diesem Sinne ein Inbegriff des geistigen Vernetztseins im Sinne der Erkenntniserweiterung und des Fortschritts.

    Die anthroposophische, sogenannte „Geisteswissenschaft“ basiert zunächst einmal auf einem bestimmten Begriffsgebäude. Man kann nun – wenn man sich nicht damit beschäftigt – bloß dem Anscheine nach behaupten, die Anthroposophie oder Rudolf Steiner benutze Begriffe, indem er sie aus der kulturgeschichte klaut und sich neu zusammenbastelt. Aber genau genommen werden die Begriffe auf eine Art verwendet, dass sie etwas bestimmtes ins Bewusstsein stellen. Und das ist das Hauptanliegen, dass im Grunde über eine bestimmte Begriffssprache etwas „Besprechbar“ wird, was man gemeinhin eben gerade nicht besprechen und daher auch schwer bedenken kann.

    Ich möchte dafür ein sehr einfaches Beispiel bringen:
    Die Anthroposophen reden vom „Ätherleib“. Was – the hell! – ist ein „Ätherleib???
    Aura? Esoterikgefasel??
    Nun, als Nicht-Anthroposophen sagen wir gemeinhin: Der Mensch setze sich zusammen aus Körper, Seele und Geist. Wir können auch sagen: Physis, Psyche und Intellekt. Oder Körperliches, Gefühle und Vernunft – so in der Art. Man kann auch alles nur aus dem Körper ger definieren. Es gibt einen Körper und der hat diverse Funktionen, er produziert über Hormone Emotionen usw.
    Nehmen wir also den Körper. Woraus besteht er? Aus Materie. Eiweißketten und Mineralien und Wasser und so weiter. Objektiv kann man zwei Zustände des Körpers unterscheiden: den lebenden Körper und den toten Körper.
    Okay. Was ist Leben?

    So. An dem Punkt kommt das erste Problem. Die Wissenschaft – egal welche – kann das nicht definieren. Man kann das beschreiben: der lebendige Körper betreibt Stoffwechsel, Der tote nicht. Okay, aber das erklärt nicht „Leben“. Leben begreifen wir nur als Phänomen. Wir können alle Phänomene des Lebens beschreiben. Stoffwechsel, Fortpflanzung – etc.

    Aber hier haben wir eine Grenze der Wissenschaft.
    Diese Grenze ist noch immer eine Forschungsfrage: Wie kommt das Leben in den Körper?

    Doch darum geht es jetzt nicht. Es geht darum, dass der Körper insoweit immer als das Materielle definiert ist, in dem diese lebendigen Prozesse ablaufen. Wenn man krank wird, dann ist auch klar, dass irgendwas mit dem Stoffkreislauf nicht stimmt. Zu viel Fett im Blut, zu wenig Sauerstoff in den Zehen, verstopfte Venen, Ablagerungen im Gehirn usw.
    Hormone, Mineralstoffe usw. – auf dieser stofflichen Ebene findet dann die Medizin statt.
    Das ist auch okay, sind ja stimmige Erkenntnisse.

    Gut, komme ich zum Ätherleib. Der Ätherleib ist ein Begriff, der die Existenz des Lebens im Körper bezeichnet. Der lebendige Körper hat einen Ätherleib, der tote hat ihn nicht mehr. Da „verlässt“ der Ätherleib den Körper. Jetzt kann man das für ein Sinnbild halten. Dann ist das bloß ein symbolisches Sprachspiel. Man kann aber auch voraussetzen, es gibt diesen Ätherleib. Es gibt eine Form „Lebendiges“, das wir NATÜRLICH eben NICHT sehen, weil wir höchstens die Phänomene des Lebens im Körper sehen. Der Ätherleib ist unsichtbar – das LEBEN ist unsichtbar. Oder hat jemand sein eigenes Leben als solches angeschaut? Dass man lebendig ist, kann man wohl bemerken, aber wie das Leben aussähe, wäre es nicht im Körper?
    Das kann man nicht trennen, kann man sagen, aber ich meine: Klar kann man das trennen, denn der Körper ist durchaus noch da, wenn jemand tot ist. Der Körper ist definitiv nicht das Leben. Aber was ist das Leben?
    Nun, das ist unbekannt.

    Das Leben selbst kann man nicht ansehen und nicht untersuchen, man kann nur die Phänomene des Lebens erforschen. Nur weil man das Leben nicht außerhalb eines Körpers sehen oder erkennen kann, heißt das nicht, dass Leben und Körper identisch sind. Das kann zwar so erscheinen, wenn man das Leben anschaut, weil es ohne Körper nicht auftaucht. Aber schaut man den Körper an, sieht man es als nicht identisch an, weil es den gleichen Körper mal mit, mal ohne Leben geben kann, so dass das Leben nicht 100% direkt die Materie des Körpers ist. Das Leben kann manchmal verschwinden, wenn der Körper noch da ist. Manchmal ohne physische Erklärung – zum Beispiel beim plötzlichen Kindstod.

    Der plötzliche Kindstod kann nicht körperlich erklärt werden, denn körperlich ist das Kind gesund. Da muss man dann andere Theorien überlegen: Vielleicht die Psyche. Oder man akzeptiert, dass es in so und so vielen Prozent aller Geburten zum plötzlichen Kindstod kommen kann ohne dass es erklärbar ist. Ist eben so.

    Legt man nun den Ätherleib als Begriff zugrunde, ergibt sich die Möglichkeit, ein paar neue Gedanken zu entwickeln. Man kann dann nämlich überhaupt erst einmal sprachlich das Lebendige als eigene Kategorie setzen. Damit kann man dann über das Verhältnis von Körper und Leben, aber auch Krankheit und Gesundheit neu nachdenken. Man könnte anfangen zu überlegen, ob Homöopathie bei manchen Menschen eine Wirklung hat, obwohl das stofflich unmöglich ist, weil man damit gar nicht eine stoffliche Ebene der bekannten Art behandelt. Es bestünde zumindest gedanklich die Möglichkeit sich zu fragen, ob so eine Medizin in Wahrheit eher auf den Ätherleib wirkt als auch den Stoffwechsel und Stoffaustausch. Und man könnte sich fragen, ob Leute, die empfindlich auf Elektrosmog reagieren, nicht körperlich empfindlich sind, sondern ob ihr Ätherleib empfindlich ist. Es geht dabei auch nicht um Fragen von Glauben und Nichtglauben. Es geht darum, dass man überhaupt neue Möglichkeiten erhält, über eine Sache nachdenken zu können, die man insoweit nicht erklären kann und die dann für Humbug erklärt wird, obwohl man damit auch jene Menschen degradiert, die aber tatsächlich unter Elekrosmog leiden oder denen eine homöopathische Behandlung tatsächlich hilft – was ja eben nicht für jeden zutrifft, aber man kann es vielleicht denen, auf die das zutrifft, nicht einfach als Erfahrung absprechen, nur weil man diese Erfahrung wissenschaftlich nicht erklären kann. Wenn man neu nachdenkt mit Hilfe von Begriffen, die üblicherweise nicht benutzt werden, kann man neue Ansätze entwickeln und diese erforschen. Und neu forschen kann man auch gerne nach den üblichen Methoden, sofern diese Methoden passend sind und eine Erkenntnis dazu ermöglichen. Bevor man aber beurteilen kann, ob die Wissenschaft die passenden Methoden dafür hat, oder wie sie aussehen müssten, müsste man wiederum erst einmal bereit sein, von völlig festgelegten Denk-Normen sich zu trennen und wenigstens die Bereitschaft haben, über seine Denkgewohnheiten hinauszugehen.

    Wenn man sich für Anthroposphie interessiert, gibt man nicht ein Weltbild auf, ich bewege ganz normal weiter in wissenschaftlichen Zirkeln. Man ergänzt das aber um neue Begriffe, neue Methoden, andere Herangehensweisen – und in der Tat lässt sich nicht alles, was man objektiv durchaus denken kann, in der Sprache denken, die allgemein „herrscht“. Daher wirkt es auf anthroposophisch interessierte Menschen genau umgekehrt: Die Kritiker sind meistens gar nicht fähig, diese Sprache zu verstehen, sie begreifen nicht einmal, was da wirklich gemeint ist – aber sie halten sich für überlegen in ihrem eigenen Unverstehen.

    Ich lebe nicht in einer anderen Welt – all diese Darstellungen in den Beiträgen sind mir verständlich. Ja, sie haben ihre Logik, wenn man eben tatsächlich alle diese Anthro-Begriffe so anwendet, wie man sie im Kontext von Mittelalter, griechischer antike oder Klassik kennengelernt hat, wenn man diese Begriffe also historisch interpretiert. Kein Anthroposoph interpretiert die Begriffe historisch, weil dann eine andere Bedeutung entsteht. Die Begriffe werden eben NICHT als historische Erkenntnismasse von Steiner verwendet und zusammengebastelt, sie werden nur aufgegriffen, um die Sprache zu entwickeln, die etwas bewusst denkbar machen soll, was sonst nicht bedenkbar wird.
    Und das sind keine vergangenen Erkenntnistheorien, ganz zuletzt ist das alles ein reines Praxisgebiet und hat vor allem Zukunftsdimension. Die Anthroposophie ist kein Weltbild. Sie erzeugt eines, das ist unbezweifelbar, im Wesentlichen erzeugt sie das Weltbild, dass nichts materiell existiert, dem nicht eine geistige Qualität zugrunde liegt. Diese geistigen Qualitäten bekommen Begriffe. Diese Begriffe kennt man, daher hält man sie wieder für eine Adaption aus allen möglichen Religionen usw. Eine Qualität ist das Luziferische, eine andere das Ahrimanische, es gibt die Qualität des Christusimpulses usw.
    Wenn man den Begriff des Luziferischen erfasst (vereinfacht gedacht: alles, wo man vor anspruchsvollem Idealsmus nicht zum Handeln kommt) oder den des Ahrimanischen (vereinfacht: alles, wo man vor lauter Struktur und Organsiation nicht zum Fühlen und Erleben kommt) usw., dann hat man Begriffe, die bestimmte Lebensqualitäten beschreiben, die mir selbst sehr real beobachtbar sind, die man aber „übersinnlich“ nennen würde, weil sie ja nur indirekt zu erfassen sind. Eben aus den Phänomen, die man beobachten kann, abgeleitet. Alles, was man aus Phänomen ableitet, ist übersinnlich, weil man nicht die Qualität selbst wahrnimmt, sondern nur ihre Wirkung.
    Wenn man den Begriff „übersinnlich“ in dieser Weise erfasst, so nämlich, dass in den sinnlich wahrnehmbaren Phänomenen eine geistige Qualität erkennbar wird, dann wirkt es nicht so lächerlich, die Untersuchung und Beschreibung dieser Qualitäten in den Phänomenen „übersinnliche Erkenntnis“ zu nennen und als „Wissenschaft“ zu bezeichnen. Goetheanistisch ist das, weil Goethe so ein Freak der Beaobachtungsmethode war. Und der Streit der Wissenschaft ist auch nicht spektakulär, denn Goethe und Schiller haben sich genau darüber kennengelernt. Goethe sagt: „Ich sehe die Metamorphose der Pflanze“ und Schiller sagt: „Blödsinn, das ist nur eine Idee.“ Und Goethe antwortet: „Wie schön, dass ich meine Ideen sehen kann.“ Da steckt er schon, der Grundkonflikt, um den es geht. Und das Problem bis heute ist: Beide haben Recht. Die Metamorphose der Pflanze kann man an sich natürlich nicht sehen, weil die Pflanze sich zu langsam bewegt. Aber wenn man sich vorstellt, man sieht das durch einen Schnelldurchlauf im Film und guckt sich das bei allen Pflanzen so geballt an – dann sieht man sie doch, die Metamorphose. Ist immer das gleiche Prinzip. Im Grunde hat Goethe das durchaus gesehen. Aber Schiller hat auch Recht, weil er es nicht meint, wie Goethe das meint, er meint, dass Goethe ja wohl zuerst eine Idee gehabt haben wird, bevor er das dann auch angucken und sehen konnte. Das wäre die moderne Wissenschaft: Hier ist die These: nun prüfe ich sie objektiv. Goethe hat aber zuerst gesehen und nicht zuerst die Idee gehabt. Die Herangehensweise ist also umgekehrt – aber sie ist auch wissenschaftlich, weil er viele und lange Beobachtungen gemacht hat, bevor er das gesehen hat. Und weil er die These vertritt: Wenn ich von der Idee komme, dann sehe ich nicht wertfrei auf die Dinge, dann habe ich eine Erwartung die ich bewiesen haben will. Daher findet er SEINE Methode „objektiv“, während Schiller es „objektiver“ findet, man überprüft die These (idee) objektiv.

    So sind die Differenzen bis heute – und doch schließen sie sich nicht aus.

    Aber gut…

    Die Anthroposophie ist selbst eine Methode. Wenn man das begriffen hat, begreift man auch, wieso die anthroposophischen Einrichtungen (medizinische, soziale, Bildung, Landiwrtschaft usw) FUNKTIONIEREN. Ganz oft hört man diesen Unfug: Die Sachen selbst sind ja toll (Waldorfschule usw.), WENN sich die Leute doch nur von Rudolf Steiner trennen würden. Aber das ist unmöglich, denn Steiner verbreitet da kein Weltbild, wie man denken mag, von dem man sich als moderner Mensch distanzieren müsste, er entwickelt die METHODIK! Und natürlich kann ich als moderner Mensch auch einzelne Äußerungen von Steiner fragwürdig finden. Das ist aber nicht der relevante Punkt, weil er eine methodische Herangehensweise lehrt. Auch Freuds Methode wird bis heute angewandt, obwohl er kaum noch auf ungeteilte Zustimmung treffen wird, was seine Ansichten über die Bedeutung der Libido betrifft, sein Frauenbild usw – trotzdem spricht das nicht gegen die Methode, die sich bewährt hat – und man könnte sich nicht von Freud und der Psychoanalyse trennen, ohne die Grundlagen der modernen Therapien überhaupt wegzuwerfen. Denn man kann nicht eine Methode anwenden, die wirklich „wirkt“, und dann sagen, derjenige, der das entwickelt hat, der hat sich jetzt überlebt. Aber das kann man gar nicht theoretisch darstellen, weil eine Methode keine Theorie ist, sondern eine Anwendung. Daher können Anthroposophen auch meistens nicht viel zu den Vorwürfen sagen, sie sind Methodiker und keine Theoretiker, ihnen versagt da die Sprache. Sie versuchen aber bis heute die Methoden weiterzuentwickeln, der Gegenwart anzupassen. Oder Äußerungen von Steiner auf moderne Wissenschaftserkenntnisse zu beziehen. Das alles hat den Sinn, die ganze Methodik im Fortschritt zu halten, wie das nun einmal üblich ist, und auch stetig weiterzukommen. Logischerweise verändert sich ständig die Welt, weshalb man eben mit dem, was methodisch angelegt ist, immer neu gucken muss, wie das aktuell noch passt und wo man was Neues braucht, um das weiterzuführen. Daher beten die Anthros auch gar nicht Steiner nach, sondern sie versuchen immer die Methode weiterzuentwickeln, wozu es aber auch leider nicht vermeidbar ist, den Steiner immer wieder heranzuziehen.

    Diese ganzen Anthro-Begriffe sind auch nur hilfreich, wenn man zugrunde legt, dass diese methodische Herangehensweise ja nun AUCH eine Sprache braucht. Trotzdem meinen die Begriffe eben etwas anderes als gemeinhin, was sich methodisch erschließt und nicht theoretisch. Und in der Tat muss man, um das sich zu erschießen, auch bereit sein, das Bekannte neu anzuschauen.

    Oben in einem Beitrag wurde dies zitiert:
    „Das Zentrum der Welt ist in meinen Füßen, das Zentrum der Welt ist in meiner Haarspitze. Sie sind immer das Zentrum … ein erbauender Gedanke! Der Mensch, sein Ich, steht im Zentrum der Welt: Ich bin Gott …“

    Diese Äußerung finde ich fragwürdig, aber nur am Ende. Wenn man den Anfang mal wertfrei nimmt, dann schildert er eine Wahrnehmung. Es ist nämlich durchaus so, dass jeder Mensch ja in seiner Wahrnehmung sich selbst als Zentrum setzt und von diesem Zentrum in die Welt blickt. Das ist nicht psychologisch gemeint, sondern ganz konkret, vom eigenen Auge aus gedacht, von der eigenen Selbstwahrnehmung aus gedacht. Würde man davon abweichen, wäre man schizophren, das ist die normale Form der Selbstwahrnehmung: Hier bin ich – alles andere ist um mich herum. Ich bin das Zentrum in meiner eigenen Wahrnehmungswelt. Das ist auch nicht besonders originell, das würde jeder Neurophysiologie usw, unterstützen. Dass das Zentrum der Welt im Sinne meiner Selbstwahrnehmung also ich selbst bin – vom Kopf bis zu den Füßen – eigentlich nichts besonders „irres“, das ist allzu bekannte Normalität. Wenn man die Fortsetzung der Sätze mal weiterhin wertfrei anschaut, hat der Mensch auch Recht, dass diese Art der Selbstwahrnehmung in der Regel erbauend ist. Es gibt ja so Redewendungen: „Wo ich bin, da ist die Welt.“ Im Grunde ist das die Geste des üblichen Selbstbewusstseins: Hier bin ich! Wo ist die Party??
    Der Schlusssatz: „Ich bin Gott“, den finde ich aber überhaupt nicht anthroposophisch.
    Der Satz macht auch keinen inhaltlichen Sinn, denn der Schöpfer der Welt, als welcher ja Gott wohl gemeint sein soll, wird kaum selbst Zentrum der Welt sein. Und dann müsste es Milliarden Götter geben, weil dann ja jeder Mensch ein Gott wäre.
    So eine Philosophie mag es geben – aber sie ist nicht anthroposophisch.
    Irritieren tut mich an diesem Zitat deshalb vor allem eines: Dass die Zitatzeichen HINTER dem Satz „Ich bin Gott“ enden. Denn es ist völlig realistisch, dass ein Anthroposoph sagen würde: „Der Mensch, sein ICH, steht im Zentrum der Welt.“ Aber er würde – wenn es sich nicht um einen Geistesgestörten handelt, der auch noch unentdeckt Lehrer ausbilden darf – niemals den Satz anfügen: Ich bin Gott.
    Sowas wäre eigentlich die gänge Interpretation von Anthro-Gegnern. Die würden den Satz „sein ICH steht im Zentrum der Welt“ hören und dann den zynischen Kommentar anfügen: „Genau, ich bin Gott“.

    Würden die Zitatzeichen also vor dem Satz „Ich bin Gott“ enden und derjenige der das hier reinstellt, hätte das als seinen eigenen Kommentar ausgegeben: Ja, glaubwürdig.
    Dass irgendwer ernsthaft vertritt „Ich bin Gott“, das halte ich hingegen für unwahrscheinlich. Das ist ja lächerliche Albernheit, die Anthro-Gegner zwar „normal“ bei Anthros voraussetzen, die aber eher zeigt, wie unseriös und albern die Anthro-Geger selbst denken.

    Es ist auch wahrscheinlich, dass jemand, der Anthroposphen für irre Vollidioten hält, so klitzekleine Änderungen vornimmt in den Zitaten, die seiner Meinung nach nur ein bisschen verstärken sollen, was angeblich die Position von Anthroposophen sein soll.

    Dumm ist nur, dass auch der Sprachduktus nicht passt. Es entspricht nicht dem Sprachstil der Anthroposophen, dass man „ich“ sagt. Man spricht von Mensch. Genau hätte es daher heißen müssen, wenn es authentisch wäre: Der Mensch ist Gott.

    Ich halte das ganze daher für eine höchstwahrscheinliche Minimalfälschung in der Zitierweise, weil diese Satzkonstruktion weder inhaltlich noch sprachlich in irgendeiner Weise anthroposophisch klingt – das Vorhergehende aber schon.

    Insofern finde ich solche Seiten auch problematisch. Sie geben sich aufklärerisch, aber sie klären gar nicht auf, sie bewegen sich eigentlich nur auf dem Niveau emotionaler Erregtheit. Die erste Voraussetzung, die überhaupt zugrunde gelegt werden muss für diese Anliegen, ist, dass man Menschen, die sich mit Anthroposophie beschäftigen, als geisteskranke, irre, dümmliche Leute definiert, die keine Ahnung von Wissenschaft haben.

    Damit hat man schon mal eine Grundlage geschaffen: Man muss sich mit diesen Menschen nicht unterhalten. Es geht um absurdes Lästern.

    Man lästert, weil man sich einbildet, der Anthro könne nicht verstehen, was der
    Nicht-Anthro da gerade für kluge Erkenntnisse hat. Ihm sei es ja gegeben, die Anthroposophie auf der Grundlage der „echten“ Wissenschaften reflektieren zu können.
    Nö, er reflektiert nicht die Anthroposophie, er macht seine eigenen Gedanken deutlich, die bitte sehr nicht ein Verständnis der Anthroposophie ausdrücken. Die modernen Kommunikationstheorien, also die „Wissenschaft“ hat aber schon vor längerer Zeit nachgewiesen, dass – und dafür sind die Ethnologen, die Soziologen, die Kulturwissenschaftler sehr bedeutsam – man nicht aus seinen eigenen Denkkategorien und bei Zugrundelegung nur seiner Denkgewohnheiten sich eine Sichtweise erschließen kann, die von der eigenen abweicht. Das funktioniert auch nicht, indem man Leute, die Dinge sagen, die von den eigenen Vorstellungen abweichen, schlichtweg für irre und gestört hält – das soll wissenschaftlich sein? Irgendeine Form von Diskurs??

    Na, nun empört euch! Ihr seid ja unglaubliche Klugwisser.
    Also, ran an den Speck, ein Anthro hat EUCH, euch SUPERKLUGMENSCHEN attackiert! Das muss eine nervöse esoterische Störung sein, gell? Ein schizophrener Übertritt. Eine ganz ungeheuerliche „Eingebung“ von „höheren Welten“, nicht wahr??

    Passt jetzt unbedingt auf, bei einem Anthro weiß man nie… vielleicht holt er seine Aura aus dem Karton und schickt anonyme Batik-Buttons an euch, auf denen er selbst seine Drohungen niedergestickt hat – Kreuzstich natürlich! Und mit Naturfarbe gefärbt.
    Also,
    haut drauf, Kumpels – ich bin gespannt.

  7. @ flux

    „haut drauf, Kumpels – ich bin gespannt.“

    Warum sollte man draufhauen? Wenn mans gar nicht gelesen hat?

    Warum lesen, was ein AnthropoDOOF schreibt?

  8. „Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

    Prof. Dr. Peter Loebell, Dozent an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart, behauptet, dass die für die Waldorfpädagogik zentrale „Jahrsiebte-Lehre“ Rudolf Steiners mit der empirischen Forschung vereinbar sei (…)

    (…) Aha. Das sieht der „geschulte Hellseher“ Rudolf Steiner. Aber warum meint Loebell, sich auf Steiner berufen zu können? Ist Loebell selber „geschulter Hellseher“? Oder plappert er einfach nur nach, was ihm Rudolf Steiner vorgesagt hat? Das möchten wir bei einem „Prof. Dr.“ doch nicht hoffen! (…)“

    zum Artikel beim blog „Ruhrbarone“: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-prof-peter-loebell-verkauft-rudolf-steiners-jahrsiebte/

  9. „Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

    Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, behauptet, dass sich Rudolf Steiner für eine multikulturelle Gesellschaft engagiert habe (…)

    (…) Die Einordnung von Rudolf Steiners Rassimus überlasse ich Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, den ich für die Ruhrbarone interviewte, Zitat Hopmann:

    „Tatsächlich sind der Rassismus, die Entwicklungslehre, die Geschichtsphilosophie und die übrigen Bausteine des Zeitgeists des späten 19. Jahrhunderts, die Steiner zu einer eigenen Weltanschauung amalgamiert hat, so eng verbunden, dass man da nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein kann. Allerdings machen die Waldorfschulen das schon geschickt: Sie fallen nicht mit der Tür ins Haus, sie unterrichten nicht direkt aus Steiners Werken, sondern sie lassen ihre Weltanschauung eher still und heimlich in ihre Arbeit einfließen, in ihre Kinderwahrnehmung, in ihre Auswahl der Unterrichtsinhalte usw. Ähnlich wie auch bei anderen Sekten ist das ein schleichendes Gift, dessen Wirkung man oft erst merkt, wenn es fast zu spät ist.“

    zum Artikel beim blog „Ruhrbarone“: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-dr-detlef-hardorp-verkauft-rudolf-steiners-rassismus-als-multikulti/

  10. Er kennt die Antwort auf alle Fragen er weiß heute schon,was morgen ist – der Prophet in diesen Tagen wißt Ihr,wer es ist? – das Geschwür in meinem Magen nennt sich Journalist!

    1. Eine ebenso anmutige wie geschmackvolle Replik – halt gewusst wie, wo und wozu. Halt: Wozu eigentlich? Als Selbstbestätigung eigener unappetitlicher Vorurteile, oder vielleicht doch nur als Sahnehäubchen eigener Minderwertigkeitsgefühle, die reimend auf andere zu projizieren die hämische Genuggtuung satt zu machen scheinen.
      Also, danke auch hierfür, und ich erkläre hier und jetzt hoch und heilig: Nein, der Prophet ist und bleibt selbstverständlich der Doktor. Und noch dazu verspreche ich, Antworten auf Fragen nurmehr zu geben, wenn die gewünschte Antwort dabei herauskommt. So war das doch ungefähr gemeint, oder…? Jedenfalls dienen Verklärungen meines bescheidenen Skeptikerdaseins nicht so sehr dem wahren Sinn und Zweck, wie er von Ihnen bestimmt schon mal geschaut oder herbeispiritualisiert wurde…

  11. Tag ihr Lügner, Ihr wisst schon, wen ich meine;
    ich mein‘ die Medien, die Großen wie die Kleinen.
    Wir war’n Euch wohl nicht glatt genug,
    ihr könnt uns nicht versteh’n!
    10 Jahre ging es ohne Euch, auf die nächsten zehn!

    Hört nicht ihr Gerede, glaubt nicht ihre Lügen,
    Hirne voller Scheisse, die sich selbst betrügen.
    Sie haben es versucht, doch es nie geschafft,
    ihre Lügen sind unsre Kraft!

  12. Darwins Evolutionstheorie ist längst NATURWISSENSCHAFTLICH ECHT! widerlegt, IHR AFFEN! Bevor man Scheiße bloggt, sollte man vielleicht sich selbst mal schlau machen ihr VOLLTROTTELN. Deutsche, man merkt dass die einen mächtigen an der Schelle haben. Kein Wunder, dass ihr von Amerikanern Drecksdeutsche genannt werdet 🙂 Ganz so wie es sein soll, scheiß braune Nazi – Hitler Brut! Gegen alles andere und FREMDE abwettern. Fuck Germany!

    1. Wow, mit diesen aussagestarken Zeilen ist Ihnen wirklich eine kompakte und ergiebige Widerlegung der Evolutionstheorie gelungen. Selbst Zweifel an der behaupteten Existenz Darwins stellen sich eigentlich unbeabsichtigt ein, sein Leben und Forschen hüpft als Treppenwitz der Geschichte zwischen den verschiedenen Gesteinsschichten voller Fake-Fossilien auf und ab. „Scheiße bloggen“ war natürlich auch nie das Ziel, muß nun aber eingeräumt werden, angesichts der revolutionären Strahlkraft echt großgeschriebener Beweismittel. Deutsche, schaut also einmal weniger in den Spiegel, um hinter euch einen Affen nicht mal zu erahnen. Und wenn ich hier schon gegen „alles andere und FREMDE abwettere“, dann hau ich jetzt aber mal so richtig antidemokratisch auf den Putz: Es ist echt eine Last mit all dem Anderen, Fremden, und ich bin heil-froh, daß ich mir sowas bösartig schreibend vom Hals halten kann. Soll deswegen nur jeder auf die Idee kommen, daß ich mein Heil gerade mal in echt nur wenigen, total beengten Einbahnstraßen suche – und soll nur jeder annehmen müssen, daß Antroposophen, Evolutionsleugner und so den Weg erst frei machen für totale Ideenfreiheit, ein buntes Germany und ein von allen echten Volltrotteln befreites Paranoia-City – so schlau muss man erstmal sein, dahinter nicht gleich eine umfassende Verschwörung einer kleingeistigen Gedankenbrut zu vermuten. Vielen Dank auch, jetzt weiß ich endlich, daß ich in dieser Faschingssaison besser doch nicht als Hitler verkleidet Griechenland und Italien den Krieg erkläre!

  13. Waldorfschule als Sekte:

    “Freie Waldorfschule Kempten: Ein ehemaliger Schüler berichtet

    (…) Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird (…)”

    http://blog.esowatch.com/?p=5092

  14. Ich bin zwar selbst kein Anthro, aber bei dem ganzen Müll hier stellt sich mir schon gleich die Frage, bei welcher Sekte denn der Mensch hinter dieser Webseite mitwirkt. Manche stellen müffeln hier ganz besonders nach „Nebadonia“ Art, so ganz Nebadon, sozusagen. Die „Members“ dort stellen sich rotzfrech im Persönlichen gegen alles und esoterisieren sich fabelhafterweise dann auf anderer Seite. Außerdem war der „Hitler gegen Griechenland/Italien“ Spruch völlig unnötig, als auch der zuvor erwähnte Spruch gegen Deutsche. Jeder darf seine Meinung gegen mich als Deutschen aussprechen, auch Anthros. Ich habe meine eigene Meinung, werte aber nicht. Kaum verwunderlich, dass auf Anthroposophie so viele Leute mehr kommen, durch genau solche Webseiten, wie diese, weil man gerade den gegenteiligen Effekt verursacht – man macht es mit „steinerimbrett“ eben interessanter. Gerade wenn man im Netz tätig ist, sieht man das. Da kritisiert man etwas, aber erschafft am Ende doch nur das Gegenteil damit. Je radikaler man gegen den Gegner vorgeht, desto radikaler wird der bekämpfte Gegner auch als interessant erscheinen. Wenn sich zwei streiten, freut sich bekanntlich der Dritte.

    1. Wahrscheinlich haben Sie Recht, daß u.a. auch diese Seite dazu beiträgt, Anthroposophie interessanter zu machen, also den „gegenteiligen Effekt“ dessen zu erzeugen, der womöglich angestrebt wird. Vielleicht wird der „bekämpfte Gegner“ (weniger Pathos trifft`s vielleicht eher) auch „radikaler interessant erscheinen“, bloß: Im Grunde genommen kann und darf ich darauf keine Rücksicht nehmen. Ansonsten müsste man sich egal welches Thema verkneifen, nur weil eventuell damit zu rechnen ist, daß die mit der ganz anderen Meinung und Einstellung dazu dann erst so richtig an Fahrt aufnehmen. Das muss man hinnehmen, wenn denn die menschliche Psyche zu derlei kindischen Trotzreaktionen neigt. Oder wenn sie nicht an sich halten kann, echt böse Meinungen letztlich dem eigenen Interesse dienstbar zu machen. Wenn also zwei sich streiten, mag sich der Dritte freuen, ich nehm`s ihm nicht für übel. Den „gegenteiligen Effekt verursachen“, nur zu: Langweiliger wird`s damit jedenfalls nicht, und wenn jene, die sich davon angesprochen bzw. aufgeschaukelt fühlen, dann zum quasi vor- bis allerletzten Gefecht blasen, sollen sie es ruhig tun: Meine auf dieser Seite gemachten Äußerungen, Ausführungen und Feststellungen verstehen sich als respektlos-notwendige Aufklärung und kritische Begleittöne zu einem andauernden anthroposophisch orchestrierten Donnerkonzert mit allzu naiv-unreflektiertem Widerhall. Wer also auf meine Pauke haut, bloß um seine dadurch um ein vielfaches voluminöser erscheinen zu lassen, soll sich ruhig mit den albernsten Karnevalsauszeichnungen schmücken, wirklich ernstnehmen muss man ihn nicht. Ich jedenfalls tu es nicht. Und beabsichtige auch nicht, an Karnevalsumzügen teilzunehmen, bloß weil mich die „Gegenseite“ als ihrem nützlichen Prinz zu inthronisieren versucht. Trolle Alaaf…!

      Abschließend: Müll finden Sie in dafür hergerichteten Deponien und eigens konstruierten Verbrennungsanlagen. Oder Sie finden ihn probehalber programmiert bei RTL und unverstellt bei Bohlen. Hier würde ich eher sagen: Nein. Und: Gleich nochmal nein, ich wirke bei keiner Sekte mit, ich glaube einfach nicht an unumstößliche Programme und letztgültige Wahrheiten. Und Guuruuh schreib ich sowieso absichtlich falsch. Und wegen dem ein oder anderen Spruch: Erstens hat nun mal die närrische Zeit begonnen, und zweitens: Die Sprüche des Doktors sind und bleiben unerreicht, selbst die ernstgemeinten, und das sind meines Wissens nach alle…

  15. … ist doch schön, wenn sich der SPIEGEL freut, “Heute in den Feuilletons”, 25.10.2011:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,793793,00.html

    “Die Angst vor der Gurukratie hat sich gelegt”

    In der “Welt” plädiert Peter Sloterdijk für Rudolf Steiner. Bei den Ruhrbaronen plädiert Rudolf Steiner gegen sich selbst (…)

    Andreas Lichte von den Ruhrbaronen ist nicht so einverstanden mit Peter Sloterdijks Rudolf-Steiner-Exhumierung. Zu Sloterdijks Behauptung, Steiner ermögliche eine Koexistenz der Menschen auf dem Planeten, stellt er Steiners Zitat über Menschen in Afrika: “Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, dass sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist… Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.” Und später dann: “Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.”

    zum vom SPIEGEL besprochenen Artikel der Ruhrbarone:

    http://www.ruhrbarone.de/baadische-zeitung-und-rudolf-steiner-bejubeln-ja-zitieren-nein/

    “Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein.”

  16. Wo ist er denn nur Gehilfe des „Chefradekteurs“ ( der mit dem Immanuel und der Bibel tanzt) 🙂 der Taubenzüchterpostille “ Ruhrbarone“.

    Andreas Lichte hat es nach Jahren immer noch nicht geschafft, einen eigenen Blog zu betreiben oder eine eigene Homepage zu betreiben:
    Lieber Andy, ich bin von Zeit zu Zeit in der Gürtelstraße in Friedrichshain. Wenn du mir hier deine Adresse mitteilst, können wir uns ja mal auf ein Gläschen in der Simon Dach oder so auf ein Gläscehn treffen 😉 Nur Mut melde dich hier doch einmal. Ich beiss auch nicht 🙂

    Herr Ibach,
    toller Blog. Haben Sie das auf Ihrer Journalistenfachschule gelernt 🙂

    Extra für Sie fang ich noch früher ( rückwärts gerichtet ) an.
    „Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plane eines allwissenden und allmächtigen Wesen zustande gekommen sein. Das ist und bleibt meine letzte und höchste Erkenntnis.“
    Isaak Newton (1643-1727), englischer Mathematiker, Physiker und Astronom“
    …. beinahe beliebig erweiterbar wären ähnliche Zitate von führenden Naturwissenschaftlern …. Planck, Heisenberg, Einstein, Kant

    Sie haben offen sichtlich bisher noch keine ernsthaften Bemühungen unternommen, sich mit dem kleinen 1 x 1, respektive den Begriffsdefinitionen von Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft zu befassen – sonst könnten sie nicht so einen „Leitartikel“ absondern.
    Dass sie sich mit Gestalten wie Lichte umgeben, scheint daher gesehen nur folgerichtig.
    Tut mir leid für sie!

  17. Schönen Dank für den Artikel. Ich sag es mal mit Peter Bierl:
    „Esoterik verwirft rationales Denken, selbstbestimmtes Handeln und den Gedanken an gesellschaftliche Veränderung zugunsten der abergläubischen Vorstellung, das Leben sei von höheren Mächten schicksalhaft bestimmt, der Mensch werde von Engeln und Dämonen umschwirrt und zappele wie ein Fisch im Netz seines Karmas. Typisch ist die Behauptung, sämtliche Probleme, individueller wie kollektiver, physischer wie psychischer Art, würden aus mangelnder Spiritualität resultieren und seien nicht auf soziale Verhältnisse zurückzuführen. Dieser schlichten Diagnose folgt der Ratschlag, das Individuum möge den transzendentalen größeren Zusammenhang erkennen, der jedes Leid sinnstiftend veredelt, und sich einfügen in eine als göttlich, natürlich oder ganzheitlich verklärte Ordnung. Die penetrant anvisierte Harmonie spricht sensible Gemüter an, die sich über die reale und unbegriffene Atomisierung des Individuums in einer nach den Kategorien von Waren und Konkurrenz funktionierenden Gesellschaft hinwegträumen. Hinter der sanften Fassade der Esoterik verbergen sich gezielte Verblödung, repressive Toleranz sowie rassistische, antisemitische, frauenfeindliche und antidemokratische Ansichten.”

  18. Erste deutsche staatliche Waldorfschule: Wirbt Christian Füller, taz, für die ‘Sekte’ Anthroposophie?

    Regelmässig erfreut die taz ihre anthroposophischen Leser mit der Beilage „taz THEMA Anthroposophie“. Nun wirbt Christian Füller in der taz-Rubrik „Zukunft – Bildung“ für ein höchst umstrittenes Schulprojekt, die erste „staatliche Waldorfschule“ Deutschlands, als „Zukunftsmodell für das Bildungswesen“. Wirbt Christian Füller damit für die, Zitat Prof. Hopmann, „Sekte“ Anthroposophie ?

    Christian Füller beginnt seinen Artikel so: „Die Nachrichtenlage ist unübersichtlich, was die staatliche Waldorfschule in Hamburg anlangt. Ein Rudolf-Steiner-Hasser aus Bremen sammelt Unterschriften, um die Schule zu verhindern.“ Quellenangaben – z.B. einen einfachen link – hält Christian Füller offensichtlich nicht für nötig, um die „Nachrichtenlage“ zu verbessern, stattdessen versucht er es mit einer Unterstellung: „Rudolf-Steiner-Hasser aus Bremen …“.

    Nein, André Sebastiani, Gastautor der Ruhrbarone, und Initiator der Petition „Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg“ ist kein „Steiner-Hasser“. Sebastiani interessiert sich als Lehrer einer öffentlichen Schule in Bremen für „Bildung“. Irgendwann stiess er auf das Thema „Waldorfschule“ und hat sich seitdem intensiv damit auseinandergesetzt, wie bei den Ruhrbaronen hier nachzulesen ist: „Waldorfschule: Versteinerte Erziehung“ (…)“

  19. Mich wunderte schon beim Einstiegsartikel dieses Bloggs, dass „Goetheanistische Naturwissenschaft“ eine „esoterische Verengung“ sein soll. So kann nur aus der Sicht einer sich selbst exkludierenden Gemeinde berichtet werden, die „Naturwissenschaft“ als Religion behütet und daher alles, was die Sicht erweitern will, als „Verengung“ bezeichnen muss. Ein wenig kommt mir das so vor wie der Blick durch ein umgekehrtes Fernglas . . .

  20. „… ein fortgeschrittener Dunghaufen ist das im Gehirn sich Ausbreitende …

    Und wenn einer so wirklich gar nichts gesagt hat, das auch nur irgendwie von Bedeutung sein könnte? Was tun?

    Eine originelle Strategie: Man macht sein Werk „unendlich“ groß, und die Nicht-Existenz einer Idee lässt sich nicht mehr nachweisen – so wie die Welt in all ihren Erscheinungen niemals vollständig erfasst werden kann, die Nicht-Existenz „Gottes“ also nicht beweisbar ist.

    Ein Gefühl von „Unendlichkeit“ erzeugt die „größte Gesamtausgabe eines einzelnen Menschen weltweit“ von der bereits „354 Bände und 24 Ergänzungsbände“ erschienen sind, und „viele noch ausstehen“. Die Rede ist von der Rudolf Steiner Gesamtausgabe [1].

    In die Nähe „Gottes“ rückt Rudolf Steiner (1861–1925) selbst. Für seine Anhänger – die „Anthroposophen“ – hat Steiner den Status des Propheten, des Vermittlers der ewigen Wahrheiten aus der „geistigen Welt“.

    Steiner behauptete, Einblick in die „Akasha-Chronik“, ein geistiges Weltengedächtnis in der „Ätherwelt“ („akasha“, Sanskrit: Äther), zu haben. In dieser „Chronik“ seien alle Ereignisse der Geschichte, alle Taten, Worte und Gedanken der Menschheit enthalten, die dem „Geistesforscher“ – also ihm selber – zur Verfügung stünden. Steiner sagt über seine Rolle als „Seher“: „Meinen Schauungen in der geistigen Welt hat man immer wieder entgegengehalten, sie seien veränderte Wiedergaben dessen, was im Laufe älterer Zeit an Vorstellungen der Menschen über die Geist-Welt hervorgetreten ist (…) Meine Erkenntnisse des Geistigen, dessen bin ich mir voll bewusst, sind Ergebnisse eigenen Schauens“ [2]. Und: „Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst und dass wir dasjenige, was aus der Geistesforschung geschöpft wird, in den Urkunden wieder aufsuchen (…) Was heute erforscht werden kann ohne eine historische Urkunde, das ist die Quelle für das anthroposophische Erkennen“ [3].

    Und was sieht Steiner? Zunächst einmal das, was er bei der Theosophin Helena Petrovna Blavatsky abgeschaut hat. Sein theosophisches Diebesgut versteckt Steiner dann hinter einer dicken Schicht „wild gewordener Phantastik“ [4], mit der er beispielsweise die Details seines Buches „Aus der Akasha Chronik“ [5] ausmalt. Das Ergebnis ist so etwas wie rassistischer Science-Fiction-Trash [6].

    (…)“

    weiter [mit Quellenangaben]: http://www.schiebener.net/wordpress/ein-fortgeschrittener-dunghaufen-ist-das-im-gehirn-sich-ausbreitende/

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