Eine Welt ist nicht genug

Die Werbebranche liegt lange schon hinter ihm, bald 22 Jahre. Seitdem hat der ehemalige Art- und Creativ-Director Gustav A. Hossenfelder eine völlig andere Welt für sich entdeckt und erschlossen: Die Welt der „Geistheilung“, in die er sich als „Licht-Medium“ und „Heiler“ berufen fühlt. Keine Welt, in die man einfach mal so hineinstolpert, für die man sich auf die Schnelle einen Reiseführer im Taschenbuchformat besorgt. Dafür sind ihre mutmaßlichen Ausmaße zu groß, zu geheimnisvoll, noch dazu von „göttlicher Herkunft“.

Ein Zimmerspringbrunnen gibt vor allem eine emotionale Richtung vor:  Wenn so einer leise dahinplätschert, ist dem Betrachter spätestens auf mittlere Sicht eine spürbare Entspannungsphase sicher. Vom Brunnen in seinem offenen Wohnzimmer,  daß Mittelpunkt seiner weitläufigen, durchgehend mit hellen Teppichboden ausgelegten Wohnung ist,  gehen die selben sanften Signale aus. Erwähnenswert vielleicht nur, daß sich sein Brunnen als etwa einen Meter große, kunststeinerne Buddha-Figur präsentiert. Dem Heilpraktiker Hossenfelder ist das dezente Plätschern jedoch kein Vorbild für sein großes, ja übermächtig wirkendes Thema und die daraus zwangsläufig resultierende Wortwahl.

„Kein Mensch ist in der Lage, geistige Heilung aus sich heraus in der Welt auszuüben. Immer ist es der Geist, das Licht, der Ursprung allen Seins.“ Hossenfelder, 1942 in Breslau geboren, sagt Sätze wie dieser mit großer Selbstverständlichkeit. Dass er darin letzte Gewissheit zu finden meint, hat seinen Ursprung in einem „tiefgreifendem geistigen Erlebnis“, wie er in seiner Kurzbiographie anmerkt. Festgehalten ist die in Veranstaltungsflyern, die vor allem auf „Heil- und Transformationsseminare“ rund um den oberbayerischen Chiemsee, aber auch im Odenwald, in Oldenburg oder auf der griechischen Insel Korfu aufmerksam machen. Zu Hause jetzt im touristisch geprägten Prien am Chiemsee, schlägt er einen alten dunklen Holztisch zum Gespräch vor. Bevor dieses und weitere antike Möbelstücke an ihrem neuen Platz im zweiten Stock eines imposanten Mehrfamilienhauses unweit des Sees standen, hat er sich Ende Juli 2010 von Dreieich bei Frankfurt am Main verabschieden müssen. Zurückgelassen hat er dort auch eine Praxis, die in den Jahren davor „tausende Patienten“ aufgesucht haben. Gibt er heute Seminare in Prien, dann erreiche er „so gut wie immer um die 20 bis 30 Teilnehmer.“ Kein leichter Entschluss sei sein Umzug gewesen, aber ihn entschädigt, daß der Chiemgau „recht spirituell, das Herz-Chakra Europas“ sei. Und der anhaltende Zulauf an Interessenten beweist ihm nur, das dies eine „erwachende Gegend“ sei. Über eineinhalb Jahre hat er trotzdem auf eigene Praxisräume warten müssen. Warten darauf, daß auf dem Praxisschild neben dem Eingang zu lesen ist: „Heilpraxis für angewandte Psychologie und Energie-Therapie“.  Seit dem ersten April diesen Jahres befindet sich seine Praxis ganz in der Nähe der Priener Waldorfschule, gleichwohl pflegt er keinen engeren Kontakt zu anthroposophischen Einrichtungen im Allgemeinen oder Besonderen. Er weiß zwar um hiesige Veranstaltungen im anthroposophischen Kontext, stellt aber nicht uneitel fest, daß er ja mit seinen eigenen Terminen ausgelastet sei. Rudolf Steiner hat es ihm dennoch angetan, er macht keinen Hehl aus seiner Überzeugung: „Ich halte Rudolf Steiner für einen der größten und besten medialsten Menschen, die wir in der Welt hatten.“

„Bedeutsam und tiefgehend…“

Für ihn auf dieser Welt ist Stefanie Richter da. Die 43-jährige frühere Notariatsleiterin, die ihm seit Anfang 2011 privat und beruflich unterstützend zur Seite steht, versteht sich als seine Lebensgefährtin. Beruflich seit April auch dahingehend, daß sie mit ihm gemeinsame Praxisräume teilt. Und somit auch das Praxisschild, auf dem es über ihr Angebot heißt: „Praxis für Transpersonales Coaching und Mediales Familienaufstellen“. Sie versteht es aber auch, große Worte für ihre Beziehung zu ihm zu finden: „Gustav Hossenfelder hat mein Leben auf bedeutsame und tiefgehende Weise berührt, zunächst als Heiler und spiritueller Lehrer, später als partnerschaftlicher Weggefährte und Freund.“ Sie schreibt ihm viele positive Eigenschaften zu: „Er ist ein Mensch, der seine Weisheit, sein großes Gottvertrauen, seine Klarheit und Liebe und sein Mitgefühl mit mir und auch vielen anderen Menschen teilt.“ Ihrer Einschätzung nach ist Hossenfelder eine „starke Persönlichkeit“, was nicht ohne Auswirkungen auf seine beruflichen Tätigkeiten bleiben kann: „Er ist ein erfolgreicher Heiler, Therapeut, Autor, spiritueller Lehrer und Grafiker und für viele Patienten und Seminarteilnehmer auch eine wunderbare Projektionsfläche als Vaterfigur.“ Eine heilsame Wirkung erwarten Hossenfelder und Richter von der angestrebten Umsetzung des gemeinsamen Leitmotivs ihrer Praxis: „Wir verbinden Körper, Seele und Geist.“  Ihre zielstrebige Verbundenheit zum Begriff der „Ganzheitlichkeit“ lässt sich kaum anschaulicher demonstrieren.

„Ausdrucksform des ätherischen Leibes“

Eine feste Beziehung hindert Hossenfelder nicht an visueller Abschweifung. Das großformatige Bild über der modernen weißen Ledercouch zeigt einen weich und elegant skizzierten Frauenakt. Eigentlich sollte es ja im Schlafzimmer hängen, bedauert er ein wenig, aber der Größe wegen habe er sich für das Wohnzimmer entschieden. Die in der Ecke schräg gegenüber sich spreizende Regalwand hortet Bücher, deren Autoren eine vor allem spirituelle Anziehungskraft auf Hossenfelder ausüben: Osho, Aurobindo, Rudolf Steiner, C. G. Jung, Hermann Hesse.  Therapeutische Fachliteratur ist ebenfalls zahlreich vorhanden, auch diese akkurat und übersichtlich eingestellt. Hossenfelders Verständnis vom Körper des Menschen klingt dabei abstrakt und fern jeder alltäglichen Wahrnehmung: „Der Ätherleib ist der wahre Leib des Menschen, und der menschliche Leib ist nur die Ausdrucksform des ätherischen Leibes.“
Seine Patienten teilen seine naturwissenschaftlich unhaltbare Theorie des menschlichen Leibes. Hunderte Dankesschreiben füllen einen Ordner, bewundern zum Beispiel „seine Heilkraft, die von oben gegeben ist“. Oder verstärken die eigene Selbstgewissheit: „Sie wissen, daß Ihre Behandlungsmethode auf allen Ebenen heilen kann.“  Daß seine vermeintlichen Fähigkeiten „von oben“ gegeben seien, entspricht uneingeschränkt seiner eigenen Einschätzung: „Der Heilungssuchende soll sich der geistigen Heilung und nicht dem Heiler, dem Werkzeug, sondern Gott hingeben!“ Er gefällt sich sichtlich als heutiger Götterbote, dem an einem unaufdringlich-höflichen Auftreten gelegen ist. Ein hellblaues, dabei leger aufgetragenes Jeanshemd über cremefarbener Stoffhose scheinen diesem sich zeitlos in Erinnung rufenden Berufsbild nicht abträglich zu sein.

„Beispielhafte Anzeigen“

Erfolgreich bewerkstelligt hat er im Gegensatz dazu einen profanen Werdegang: Mit seinem Abschluss als Dipl.-Designer an der Werkkunstschule Wiesbaden, aus der 1971 – im Zusammenschluss mit mehreren Ingenieursschulen – die Fachhochschule hervorgegangen ist. In den späten 1960er-Jahren hat er mehrere Preise in deutschlandweiten Graphik-Design-Wettbewerben gewonnen, darunter einen für „beispielhafte Anzeigen des Jahres 1967“ des „Bayerischen Werbe-Fachverbandes“. Bis Ende der 1970er-Jahre war er Art- und Creativdirector sowie Werbeleiter verschiedener Agenturen bzw. Unternehmen im Raum Düsseldorf und Köln und zuletzt in Frankfurt am Main. In Frankfurt gründete er dann auch 1979 das „Studio Hossenfelder für Konzeption und Werbedesign“, daß er bis 1990 selbstständig geführt hat. In diesem Zeitraum konnte er namhafte Kunden gewinnen: Rowenta, Deutsche Lufthansa, Schildkröt-Spielwaren, Procter & Gamble. Doch beruflicher Erfolg schließt privates Glück nicht zwangsläufig mit ein. 1989 erfolgte die Scheidung von seiner Frau Barbara, mit der er zwei Kinder hat.

„Zeit des absoluten Nichts…“

Das „tiefgreifende geistige Erlebnis“, daß ihn offensichtlich noch immer nachhaltig beschäftigt, das hat zu tun mit dem Scheitern dieser Beziehung. Der Atem verflacht zusehends, als er davon zu erzählen beginnt. Die Worte gerieren sich wie Ballast, den abzustoßen ihm kaum gelingen will. Schwermut kennzeichnet für einen nicht enden wollenden Moment seine Gemütsverfassung. Daß er bislang kaum darüber gesprochen hat, daß macht die Formulierung der treffenden Worte so überaus schwierig. Dann spricht er sie aber doch aus, und ihr Gewicht misst sich allein in melancholischen Maßeinheiten: „Nach der Scheidung von meiner Frau habe ich sehr gelitten. Ich habe danach alles aufgegeben, alles verloren. Während dieser Zeit des absoluten Nichts bin ich durch eine quasi Todeserfahrung gegangen.“ Ein langgezogenes Stöhnen veranschaulicht die damaligen Qualen. Gleichzeitig mit diesen scheint er eine Art Brücke zu betreten, die ihn nicht nur vor dem tiefen Fall in seinen ganz persönlichen Abgrund bewahrt, sondern darüber hinaus an einen Ort führt, der rational nicht zugänglich ist: „Man gibt sich selber auf. Aber dieses Aufgeben hat mich dann in eine Licht-Erfahrung gebracht, wo mir der Christus begegnet ist, persönlich. Das hat mich zutiefst bewegt.“ Hossenfelder ringt nachgerade um Verständnis, er bittet darum, daß dieses Geschehen an sich auch „weiter vertieft“ werden müsse. Für einen kurzen Augenblick scheint er Verständnis aufbringen zu können für das weitestgehende Unverständnis, dem sich sein Gegenüber ausgeliefert sieht, schnell aber entpuppt sich auch diese Behauptung als selbstverständliches Credo eines „von der geistigen Welt be- und gerufenen Heilers, einem Medium des Christus-Lichts, der sich in den Dienst der Liebe gestellt hat!“ Daß ihm derlei Selbstbezichtigung als maßloser Größenwahn ausgelegt werden könnte, liegt auf der Hand. Ebenso, daß Widerspruch nicht ausbleiben kann.

„Schlimmstenfalls fahrlässige Tötung…“

Der Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Ulrich Berger, Professor für VWL an der Universiät Wien, der sich als profunder Kenner und Kritiker irrationaler Glaubenssysteme profiliert hat, spricht dann auch bei „Geistheilung“ von einem „Sammelbegriff für religiöse und esoterische Heilungsversuche, die bestenfalls einen Placeboeffekt hervorrufen und schlimmstenfalls als fahrlässige Tötung durch Unterlassung einer echten Behandlung enden.“ Er verweist dabei auf eine besondere Spielart der „Geistheilung“, wie sie in Nordamerika auf Resonanz stößt: „Eine in den USA verbreitete Form der Geistheilung ist Therapeutic Touch (TT). TT wurde in Wissenschaftskreisen berühmt, weil der in einer Fachzeitschrift publizierte Nachweis, daß es sich dabei um Unsinn handelt, einer 9jährigen Schülerin gelang.“ Doch auch auf dem alten Kontinent gelangen vergleichbare Erkenntnisse: „Vor Jahren finanzierte die EU unnötigerweise eine große Studie (EUHEALS) zur Fernheilung. Völlig überraschend kam nichts dabei heraus…“  Mit dieser negativen Erwartung steht er sicher nicht vor dem Wandregal in der Küche, um dort ein Kochbuch mit dem Titel „Die gute deutsche Küche“ herauszugreifen. Der klingt bodenständig, unkompliziert und verspricht auch keine unerwarteten Geschmackserlebnisse. Was ihm sehr entgegenkommt: Seine kulinarischen Vorlieben sind über jeden exzentrischen Verdacht erhaben.

„Ein wahrhaft gigantisches Schauspiel…“

„Erbsensuppe, Bohnensuppe, und auch eine gut gemachte Roulade.“ All das genießt er gerne auf dem alten Tisch in Sicht- und Hörweite des  Zimmerbrunnens, eines ungebrochen beliebten Wellness-Instruments, wie es auch als Buddha-Figur in unterschiedlicher Qualität und Größe von kommerziellem Wert ist.  Der Gedanke an ein gutbürgerliches Essen schmälert seine wiederholt und eindringlich dargelegte Überzeugung, daß der Mensch im Grunde genommen kein körperliches Wesen, sondern Licht sei, nicht im Geringsten. Eine sympathische Überlegung an einem späten Wintertag, eine für ihn wie gehabt selbstverständliche dazu. Und nicht zuletzt ist es ihm ein drängendes Anliegen, die Spreu vom Weizen zu trennen: „Es gibt nur berufene Heiler, und es gibt Spinner.“
Die letztgenannte Kategorie schließt er für sich kategorisch aus. Deshalb nimmt er diesen scheinbaren Gegensatz zum Anlass, es doch noch einmal mit Werbung zu versuchen: Mit einem Slogan, der Selbstgewissheit ins Rampenlicht holt,  über die Selbstzweifel aber spöttisch zu Gericht sitzt. Hossenfelders mithin prominentester Kunde war die Deutsche Lufthansa. Fliegen setzt Start und Landung voraus, die abweichen können vom routinierten Gelingen. Eine harte Landung setzt nicht unbedingt nur auf einem Flughafen auf, im übertragenen Sinne kann sie sich auch mitten im Leben vollziehen, irgendwo in der Realität. Hossenfelder hat eine solche ganz bestimmt über die Auswirkungen seiner Scheidung erlebt, als prägenden Teil einer bitteren Realität. Aber egal, ob bitter oder nicht: Die Wirklichkeit als potentieller Kunde wird er wohl weder bewerben können noch wollen. Unter den gegebenen Umständen seines „geistigen“ Schaffens steht allein er als „berufener und außergewöhnlicher Heiler“ im Mittelpunkt seiner vielleicht letzten großen Kampagne, im Hintergrund Gott als eigentlicher Auftraggeber.  Auch zu  ihm, Gott, zitiert er die „Geistige Welt“, überwältigender Teil seiner Realität (im Übrigen auch die der Anthroposophie, was explizit begrifflich zu Steiner aufschließt): „Ein wahrhaft gigantisches Schauspiel im Kosmos. Im Mittelpunkt allen Seins wirkt ER in gewaltiger Größe, wie es sich kein Mensch vorstellen kann. Gott unser aller Schöpfer und allmächtiger Vater/Mutter, lebt in allem, in jedem Einzelnen und wird durch Schwingung und Lichtpartikelchen, die alle in sich intelligentes Leben haben, in die Schöpfung getragen.“ Für Tütensuppe, ein neues Automodell oder ein schnell wirksames Schmerzmittel stehen zumeist weit weniger fantasiebegabte Werbetexter zur Verfügung.

  Die Veröffentlichung des diesem Porträt zugrundeliegenden,  ausführlichen Interviews mit Gustav-Adolf Hossenfelder erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

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6 Gedanken zu “Eine Welt ist nicht genug

  1. Hallo SteinerImBrett,
    über Geistheiler bei uns in der Gegend gibt´s einige katastrophale Geschichten. Angefangen von der Sekte „Einweghinterslicht“ aus Inzell, weiter zu Heilerinnen die Ihren Opfern einreden sie wären von ihrem Asthma geheilt, und dann nahelegen ihre Medikamente abzusetzen…
    Weiter zu dem Rosenheimer Kryon-Kult, der Teenager dazu animiert, „Lichtnahrung“ auszuprobieren: dem Phänomen Magersucht an dem 10% dieser Leute sterben noch eine esoterische Legitimation verleihen…
    Geistheiler befinden sich nicht selten in einer Dauer-Psychose, in denen Sie Wesen sehen, die nur ihrer Phantasie entspringen.
    Anstatt die Leute zum Psychologen oder in die Geschlossene zu bringen werden diese Psychopathen plötzlich als „Heiler“ selbst zu Verbreitern ihres Wahns! – das ist das schlimme daran!
    Ein Umstand wo auch der Staat eigentlich eingreifen müsste! Zumindest bei Kindern muss aktiv verhindert werden, das die solchen Psychos ausgesetzt werden.
    Und bei Erwachsenen tut wenigstens Aufklärung Not! … statt dessen werden solche Leute z.T. noch staatl. unterstützt (Gründerzuschüsse, VHS etc.)

    1. Als „katastrophal“ würde ich ebenfalls etliche der Fälle, Vorgänge und Situationen einschätzen, die sich im betreffenden Kontext rund um den Chiemsee abspielen, bis rauf nach Rosenheim. Vor allem in dem Sinne, daß die Neigung, psychische wie auch pyhsische und/oder soziale Dauerschäden bewusst wie unbewusst herbeizuführen, auf (sehr) menschliche Katastrophenherde zurückzuführen ist, die wiederum ihre entscheidende Ursache in der kaum mehr überblickbaren Vielfalt an irrationalen und pseudowissenschaftlichen Heilsangeboten in der Region hat. Das entsprechende verführerische Potential ist mittlerweile extrem angeschwollen, so hatte z.B. auch die kürzlich beendete „Priener Gesundheitswoche“ nicht wenige Heilpraktiker und artverwandte Fantasy-Therapeuten aufgeboten (u.a. auch Stefanie Richter zum Thema „Spiritualität im Alltag“), die sich allesamt unter dem weithin schützenden Begriffs-Dach von Gesundheit und Prävention versammeln durften (oder wie es bei rosenheim24.de formuliert wurde: „Vertreten ist bei dieser Aktion alles, was in Sachen Gesundheit Rang und Namen hat: Kliniken. Ärzte, Heilpraktiker, ….“ – über soviel spontane Aufwertung freut sich natürlich das alternative Heilpraktiker-Herz!)
      Das halte ich nicht nur für erschreckend naiv und mir reichlich unerklärlich unaufgeklärt, ich betrachte das in Hinblick auf das Selbstverständnis einer modernen Gesellschaft, die wahrgenommen werden will als strikt nachvollziehbar rational und reflektiv, als im Kern gefährlich kontraproduktiv und zutiefst anti-emanzipatorisch. Die Gegenaufklärung streut ihr unscheinbares Gift, und rezipiert wird es mehr und mehr als Heilmittel von „höchstem“ Rang…

  2. Wer jemals Kontakt zur offiziell – gegenwärtigen Anthroposophischen Bewegung gehabt hat, durch Zufall oder absichtlich, weiß wozu man dort fähig ist.
    Streitet und kämpft man gegen diese Offiziellen öffentlich an, dann werden sie Dich mundtot machen, versuchen dich geistig zu bestrafen und misshandeln als auch die derbsten Intrigen gegen dich auszuspinnen im Internet und im alltäglichen realen Leben. Die Offizielle Anthroposophie heute ist nicht besser als Scientology (offensichtlich gehen diese bereits viel weiter als Scientologen), denn es wird mit derselben Vorgehensweise gearbeitet und darüber hinaus. Wer also gegen diese Sekte ankämpft, sollte sich zuvor über die Konsequenzen im Klaren sein, denn für manche wird es kein Honiglecken sein.

    1. Danke für Ihre aktuelle Einschätzung. Wäre Anthroposophie ein Spiel, es gäbe Gewinner und Verlierer. Anthroposophie aber spielt nicht, sie benennt vorher schon Gewinner und Verlierer. Damit wähnt sie sich überlegen und im steten, andauernden Vorteil, der nur einen kleinen Schönheitsfehler hat: Die Retouche der Realität demaskiert unfreiwillig, dafür aber umso konturenreicher. Und zum Vorschein kommen vermeintliche Sieger, denen ein Gefühl von Niederlage oder auch nur Unentschieden psychopathische Daseinszustände generiert. Besser also, rechtzeitig festzulegen, was oben schwimmt und von oben mutmaßlich besser wahrgenommen wird. Aber rechtzeitig abzutauchen, auch das wird geübt in diesem willkürlichen strategischen Tanz um höhere Wahrheiten und gleichauf liegende Luftschlösser – man muss sich ja nicht gleich bodenlos tief mit hinunterziehen lassen, wenn die Wahrheit von Schicksal nichts wissen will, und Kritik an freiheitlich maskiertem Absolutismus und kunstvoller Realitätsverweigerung sogar noch argumentativ zu überzeugen droht.

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